Escape from Tarkov: Einsteiger-Guide nach dem Wipe

Du startest Escape from Tarkov zum ersten Mal – oder kommst nach langer Pause zurück. Der Bildschirm zeigt deinen nackten PMC, das Inventar ist leer, und irgendwo da draußen warten Spieler mit tausend Stunden Erfahrung auf frisches Fleisch.

Willkommen in Tarkov. Hier stirbst du. Oft. Aber genau dafür bist du hier.

Mit Version 1.0 hat Battlestate Games das Spiel grundlegend umgebaut. Die alten Strategien? Funktionieren nicht mehr. Die beliebte Taktik, sofort auf Reserve nach guter Munition zu farmen? Vergiss es – du kommst da erstmal gar nicht hin. Dieser Guide zeigt dir, wie du die neue Welt von Tarkov navigierst, ohne dabei den Verstand zu verlieren.

Was sich mit Version 1.0 grundlegend verändert hat

YouTube Video

Der 15. November 2025 markiert einen Wendepunkt. Nach Jahren in der Beta ist Tarkov endlich „fertig“ – und spielt sich komplett anders als zuvor.

Das Wichtigste zuerst: Du kannst nicht mehr einfach jede Karte spielen. Stattdessen musst du sie der Reihe nach freischalten. Ground Zero ist dein Startpunkt, und von dort arbeitest du dich durch eine lineare Questreihe namens „Tour“ voran. Jede Karte kostet entweder Geld, Questfortschritt oder beides.

Die Wirtschaft wurde ebenfalls verschärft. Gute Munition spawnt seltener, Händler verlangen mehr, zahlen weniger – und der Zugang zu bestimmten Karten kostet Hunderttausende Rubel. Das klingt hart, weil es hart ist. Aber es macht das Spiel auch fairer für Neueinsteiger, denn alle starten unter denselben Bedingungen.

Die alte „Rush-Meta“ – also die Strategie, bestimmte Quests im Eiltempo zu erledigen, um Händler freizuschalten – wurde durch das neue System komplett auf den Kopf gestellt. Früher konntest du theoretisch am ersten Tag eines Wipes bereits auf Reserve gute Munition farmen. Jetzt brauchst du Wochen, um überhaupt Zugang zu dieser Karte zu bekommen.

Permanenter vs. saisonaler Charakter – welcher Pfad passt zu dir?

Zum ersten Mal bietet Tarkov zwei verschiedene Spielmodi für deinen Charakter. Diese Entscheidung beeinflusst, wie du das Spiel langfristig erlebst.

Dein Hauptcharakter (PMC) ist permanent. Er wird nie durch einen Wipe zurückgesetzt. Du kannst dir Zeit lassen, die Story durchspielen, und musst nicht befürchten, in sechs Monaten wieder bei null anzufangen. Das ist perfekt, wenn du nicht jeden Tag spielen kannst oder willst. Die neuen Prestige-Stufen sind an deinen Story-Fortschritt gebunden – nicht mehr an willkürliche Level-Grenzen wie früher.

Der saisonale Charakter funktioniert wie Tarkov es früher immer getan hat. Alle sechs Monate ein kompletter Reset, dafür spezielle Modifikatoren, beschleunigte Progression und exklusive kosmetische Belohnungen. Das ist etwas für Veteranen, die den Nervenkitzel eines frischen Wipes lieben und die wirtschaftlichen Wettläufe der ersten Tage nicht missen wollen.

Als Neueinsteiger konzentriere dich auf deinen permanenten PMC. Die Story-Kampagne ist lang und umfasst mehrere Questreihen wie „Tour“ und „Falling Skies“. Du willst nicht mittendrin von vorne anfangen müssen, nur weil die Saison endet.

Die neue Hardcore-Ökonomie: Warum jeder Rubel zählt

Tarkov war schon immer ein Spiel der Knappheit. Mit 1.0 gilt das mehr denn je. Die „Hardcore“-Events vor dem Release dienten als Testfeld für diese Änderungen, die nun permanent implementiert wurden.

Die wesentlichen wirtschaftlichen Änderungen im Überblick:

  • Rüstungen der Klassen 5 und 6 spawnen deutlich seltener in der offenen Welt
  • Händler verkaufen teurer und kaufen billiger – die Schere zwischen Überleben und Profitabilität wird größer
  • Story-Missionen fungieren als massive Geldabflüsse, um Hyperinflation zu verhindern
  • Der Zugang zu Streets of Tarkov kostet 250.000 Rubel
  • Lighthouse verlangt 20.000 Dollar (etwa 2,9 Millionen Rubel)
  • Die Endgame-Karte Terminal erfordert eine Keycard für 5 Millionen Rubel

Diese Änderungen klingen brutal – und das sind sie auch. Aber sie verhindern die Hyperinflation früherer Wipes, bei der Spieler nach wenigen Wochen in Millionen schwammen. Mid-Tier-Ausrüstung bleibt länger relevant, und der Unterschied zwischen einem Veteranen und einem Neuling ist nicht mehr ganz so erdrückend.

Dein erster Schritt: Ground Zero meistern

YouTube Video

Ground Zero ist mehr als ein Tutorial. Es ist der Filter, durch den jede Progression fließen muss. Eine kompakte urbane Karte mit hohen Bürogebäuden wie TerraGroup, Empire und Fusion, dazu unterirdische Parkgaragen und enge Straßen, die schnelle Feuergefechte erzwingen.

Die Karte wurde spezifisch designt, um neue Spieler an die harschen Realitäten des Spiels zu gewöhnen. Aber unterschätze sie nicht – ihre Architektur bietet zahlreiche Gefahrenherde, die auch erfahrene Spieler überraschen können.

Das Anfänger-Matchmaking und warum du es ausnutzen solltest

Hier kommt die gute Nachricht: Bis Level 20 spielst du nur gegen andere Anfänger.

Ground Zero nutzt ein geteiltes Warteschlangensystem. Spieler von Level 1 bis 20 werden separat zusammengeführt. Keine übermächtigen Veteranen mit Endgame-Ausrüstung, keine unfairen Kämpfe gegen Spieler mit tausend Stunden Erfahrung. Der Loot-Pool ist standardisiert, und die KI-Gegner (Scavs) weisen eine moderate Schwierigkeit auf.

Nutze dieses Zeitfenster. Konzentriere dich auf deine Quests, lerne die Karte, mach Fehler – und stirb dabei ruhig ein paar Mal. Das ist der sicherste Rahmen, den dir Tarkov jemals bieten wird.

Sobald du Level 21 erreichst, wirst du in die Veteranen-Queue verschoben. Dort warten Kultisten-Spawns, signifikant besserer Loot und deutlich tödlichere Gegner. Die Karte verwandelt sich in eine hochriskante PvP-Zone. Sei darauf vorbereitet – aber hetze nicht, um dorthin zu gelangen.

Die wichtigsten Orte auf der Karte

Die Kenntnis der Karte entscheidet über Leben und Tod. Ground Zero ist klein, Feindkontakt kommt schnell. Du hast keine Zeit, dich zu orientieren, wenn bereits jemand auf dich schießt.

Das TerraGroup-Gebäude steht im Zentrum der Karte. Die Lobby und die Büros im zweiten Stock sind absolute Killzonen. Hier laufen die initialen Quests „Saving the Mole“ und „Burning Rubber“ zusammen, also erwarte andere Spieler mit demselben Ziel. Die Architektur mit ihren langen Fluren und begrenzten Ausgängen macht dieses Gebäude zu einer tödlichen Falle für Unvorsichtige.

Der Emercom Checkpoint funktioniert als wichtiger Extraktionspunkt. Gleichzeitig findest du hier frühe medizinische Ausrüstung – aber der Ort ist exponiert und von mehreren Positionen einsehbar.

Das Nakatani Basement im Keller des gleichnamigen Gebäudes bietet eine oft übersehene Extraktionsoption. Der Vorteil? Du bist vor Scharfschützen geschützt, die auf Straßenniveau lauern. In den ersten Tagen eines Wipes kann dieser alternative Weg dein Leben retten.

Vorsicht vor stationären Waffen. AGS-30 Granatwerfer und NSV Utyos Maschinengewehre decken weite Teile der Hauptstraßen ab. Minenfelder und Claymores sichern bestimmte Bereiche. Lauf nicht blind durch die Gegend – die Karte ist darauf ausgelegt, Unvorsichtige zu bestrafen.

Deine ersten Quests – und wie du sie überlebst

Die Anfangsquests lehren Kernmechaniken, können aber tödliche Fallen werden, wenn du unvorbereitet bist.

Bei „Shooting Cans“ musst du den AGS-Werfer und das Utyos-MG lokalisieren. Diese Positionen sind exponiert und bieten keinen Schutz. Identifiziere sie, merk dir den Standort, und verschwinde sofort wieder. Dort zu verweilen ist Selbstmord – andere Spieler wissen genau, dass Anfänger diese Quest erledigen müssen.

„Saving the Mole“ schickt dich ins TerraGroup-Büro, um eine Festplatte zu bergen. Der Schlüssel spawnt bei der Leiche des Wissenschaftlers im verschütteten Gang hinter der Rezeption. Aber hier kommt der Trick: Oft ist die Tür bereits offen – andere Spieler waren schneller oder haben sie aufgebrochen. Check das zuerst, bevor du nach dem Schlüssel suchst. Ein „Ninja“-Lootrun ohne Schlüssel ist schneller und sicherer.

„First in Line“ führt das Transit-System ein. Du musst die Transitzone nach Streets of Tarkov finden, aber nicht zwingend sofort benutzen. Merk dir den Standort für später – in der Nähe der „Mira Ave“ Extraktion, erkennbar an der Polizeisperre und dem Bus.

Das Karten-Freischaltsystem verstehen

Die größte Änderung für Rückkehrer: Du kannst nicht einfach jede Karte spielen. Alles ist hinter der Story-Questlinie verschlossen. Das bedeutet erzwungene Flaschenhälse, veränderte Spielerdichten auf spezifischen Karten und die Notwendigkeit eines völlig neuen strategischen Ansatzes.

So funktioniert die „Tour“-Questlinie

Die „Tour“ ist das Rückgrat der 1.0-Erfahrung. Ohne sie bleibst du auf Ground Zero und Streets gefangen – für immer. Das Ignorieren dieser Questlinie ist keine Option.

Jede Karte erfordert entweder das Abschließen spezifischer Quests, das Bezahlen hoher Geldbeträge oder beides. Der Progressionsfluss ist streng linear. Du meisterst eine Umgebung, bevor du zur nächsten vorrückst. Das mag frustrierend klingen, aber es sorgt auch dafür, dass du jede Karte wirklich kennenlernst, bevor du weiterspringst.

Das eliminiert die alte Strategie, sofort auf lukrative Karten zu sprinten. Jetzt musst du dich physisch durch die Welt arbeiten – oder beträchtliche Summen zahlen, um deinen operativen Radius zu erweitern.

Welche Karten du in welcher Reihenfolge freischaltest

Die Freischalt-Sequenz sieht folgendermaßen aus:

  • Ground Zero: Dein obligatorischer Startpunkt (Level 1-20 Anfänger-Queue)
  • Streets of Tarkov: Zahlung von 250.000 Rubel an Therapist
  • Interchange: Quests von Skier und Ragman abschließen
  • Customs: Erfolgreiche Extraktion auf Interchange
  • Factory: Mechanic-Quests auf Customs abschließen
  • Woods: Quest auf Factory absolvieren, dann 3 Ziele eliminieren
  • Shoreline: Nach Woods freigeschaltet
  • Lighthouse: Zahlung von 20.000 Dollar an Mechanic (etwa 2,9 Millionen Rubel)
  • Reserve: Übergabe von 5 PMC Dogtags an Prapor
  • The Lab: Transit von Streets oder Factory plus Keycard (kein normales Queue-System)
  • Terminal: Abschluss des narrativen Bogens, finale Endgame-Karte

Transit-Punkte: Reisen ohne Hauptmenü

Transits ermöglichen Kartenwechsel direkt im Raid. Du gehst zu einem speziellen Punkt, wartest 20 Sekunden und landest auf der nächsten Karte – ohne zum Stash zurückzukehren. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für ausgedehnte Loot-Sessions.

Die Transit-Punkte öffnen sich eine Minute nach Raid-Start. Wichtig: Du bist während des 20-sekündigen Countdowns völlig wehrlos. Andere Spieler können dich problemlos abschießen. Wähle den Zeitpunkt weise und vergewissere dich, dass niemand in der Nähe ist.

Die wichtigsten Transit-Verbindungen im Überblick:

  • Ground Zero zu Streets: Nahe der „Mira Ave“ Extraktion, bei der Polizeisperre
  • Streets zu Interchange: Südwestliche Ecke, nahe den Concordia-Apartments
  • Interchange zu Customs: Nördliches Ende des Highways
  • Customs zu Factory: Hinter „Big Red“, nahe „Trailer Park“ Extrakt (orange Truck)
  • Factory zu Woods: Nahe dem „Gate 0“ Extraktionsbereich

Gegen Gebühr kannst du Loot während eines Transits nach Hause schicken. Die Größe der Transferbox hängt von deinem Scav-Karma (Fence Rep) ab. So sind ausgedehnte Multi-Map-Raids möglich: Customs plündern, Beute absenden, nach Factory transiten, dort weitermachen und am Ende extrahieren.

Die 250.000-Rubel-Hürde: Streets of Tarkov freischalten

YouTube Video

Unmittelbar nach der Tutorial-Extraktion führt der Weg zu Therapist. Die Anforderung ist simpel, aber für einen frischen Account steil: 250.000 Rubel in bar. Kein Quest-Fortschritt, keine alternative Route – nur hartes Bargeld.

Schnell Geld verdienen als Neuling

Als Neueinsteiger hast du selten sofort diese Liquidität. Hier sind die effizientesten Methoden, um dein erstes Kapital aufzubauen:

Scav-Raids auf Ground Zero sind dein bester Freund. Du riskierst keine eigene Ausrüstung, startest mit zufälligem Gear und kannst tote PMCs sowie Aktenschränke plündern. Manchmal trägst du Schrott, manchmal wertvollen Kram. Alles, was du extrahierst, gehört dir.

Stash-Runs am Kartenrand bringen konstanten Profit. Technisches Baumaterial wie Bolzen, Muttern und Schrauben verkauft sich gut an Händler. Die versteckten Vorräte entlang der Kartengrenzen werden von anderen Spielern oft ignoriert, weil alle ins Zentrum rennen.

Die Bank-Gebäude auf Ground Zero sind goldwert. Die Unity Credit Bank und das Capital Insight-Gebäude sind vollgestopft mit Aktenschränken und Tresoren. Flash Drives und SAS-Laufwerke bringen gutes Geld bei Peacekeeper – und den brauchst du später für Dollar, um Lighthouse freizuschalten.

Was du verkaufen solltest – und was nicht

Die Faustregel ist einfach: Alles verkaufen, was kein Quest-Item oder sofortige Ausrüstung ist.

Deine Startpistolen? Verkaufen. Überschüssige Medikamente, die du nicht im nächsten Raid brauchst? Verkaufen. Random Junk aus den Taschen toter Scavs? Verkaufen. Die Armbanduhr, die du zufällig gefunden hast? Wahrscheinlich verkaufen, es sei denn, sie steht auf einer Quest-Liste.

Behalte nur, was explizit auf einer Quest-Checkliste steht oder was du in den nächsten Raid mitnehmen wirst. Jetzt ist nicht die Zeit zum Horten. In der neuen 1.0-Ökonomie schlägt Liquidität den Bestandswert.

Waffen und Munition im Early Game

Die Überarbeitung des Rüstungssystems (Hitbox-System) und die Knappheit guter Munition haben die Meta verschoben. Du brauchst entweder Munition, die trotz geringer Durchschlagskraft funktioniert, oder Waffen mit hoher Feuerrate für die berüchtigte „Leg Meta“.

Welche Munition du auf Level 1 wirklich brauchst

Händler auf Level 1 verkaufen keine Munition mit hoher Durchschlagskraft mehr in großen Mengen. Die Zeiten, in denen du bei Prapor stapelweise 7.62 PS kaufen konntest, sind vorbei. Du musst kreativ werden.

7.62x39mm PS ist der Goldstandard für das frühe Spiel. Sie durchschlägt Klasse-3-Rüstung zuverlässig und macht kurzen Prozess mit Scavs. Das Problem: schwer zu kaufen. Die Lösung: Farme Scavs mit SKS- oder VPO-136-Gewehren. Die tragen oft 20-40 Schuss PS in ihren Taschen oder Magazinen bei sich. Entlade alles sofort und sammle jeden einzelnen Schuss.

5.45x39mm in den Standardvarianten US oder T (Leuchtspur) ist gegen Rüstung praktisch nutzlos. Prapor verkauft sie auf Level 1, aber investiere nicht darin. Plündere stattdessen Munitionskisten auf Woods oder Reserve, sobald du Zugang hast. Dort spawnen 5.45 BT/BS-Pakete als Welt-Loot.

9x18mm Munition (für Makarov, Kedr etc.) hat null Durchschlagskraft. Aber das ist nicht der Punkt – dazu gleich mehr.

Profi-Tipp: Lade deine Magazine „top-loaded“. Die ersten 5-10 Schuss gute Munition an der Spitze, der Rest Standardmunition darunter. Die guten Schüsse werden zuerst verschossen, wenn es wirklich darauf ankommt. So schonst du deine wertvollen Vorräte, ohne auf Effektivität zu verzichten.

Die besten Budget-Waffen für den Anfang

Mit begrenzten Modding-Optionen auf Level 1 bieten diese Builds das beste Preis-Leistungs-Verhältnis:

Die PP-91 Kedr von Prapor Level 1 ist deine ultimative Leg-Meta-Waffe. 900 Schuss pro Minute Feuerrate, und jede 9x18mm Munition funktioniert – sogar die billigste. Das Geheimnis: Ziele niemals auf die Brust. Ziele ausschließlich auf die Beine. Das ignoriert gegnerische Rüstung komplett und tötet durch die Mechanik der Schadensausbreitung bei schwarzen Gliedmaßen erschreckend schnell.

Die VPO-136 oder SKS sind solide Budget-DMRs für präzise Kämpfe auf mittlere Distanz. Die VPO-136 bekommst du bei Skier Level 1, die SKS bei Prapor. Entferne bei der VPO die Kimme für ein klareres Visierbild. Die SKS hat ein internes Magazin und lädt langsam nach – halte eine Sekundärpistole bereit oder kämpfe aus Deckung, in der du in Ruhe nachladen kannst.

Die PP-19 Vityaz bietet praktisch keinen Rückstoß und ermöglicht einfaches Fischen nach Kopfschüssen mit 9mm PST Munition. Die Waffe hat eine Dovetail-Montage – bringe ein Kobra-Visier von Prapor Level 1 an, falls verfügbar.

Die Leg-Meta erklärt

Rüstung schützt Brust und Kopf. Beine sind immer ungeschützt. Die Leg-Meta nutzt genau das aus und ist besonders für Einsteiger mit schlechter Munition relevant.

Mit Waffen wie der Kedr zielst du auf die Beine des Gegners. Die hohe Feuerrate zertrümmert ein Bein schnell auf null HP (schwarze Gliedmaße). Ab diesem Punkt verteilt sich jeder weitere Treffer als Schaden auf den gesamten Körper – inklusive Kopf und Brust. Drei, vier weitere Treffer in das bereits zerstörte Bein, und der Gegner ist tot.

Gegen schwer gepanzerte Gegner mit Klasse-5- oder Klasse-6-Rüstung ist das oft effektiver als der Versuch, ihre Panzerung zu durchschlagen. Deine 9x18mm Munition macht absolut nichts gegen High-End-Rüstung – aber Beine haben keine Rüstung.

Dein Hideout aufbauen – aber richtig

Das Versteck bleibt der wirtschaftliche Motor von Tarkov. Hier craftest du Munition, Medikamente und Items, die sonst teuer oder gar nicht verfügbar wären. Aber die Baukosten und Anforderungen haben sich mit 1.0 verschoben.

Welche Module du zuerst bauen solltest

Nicht alle Hideout-Upgrades sind gleich wichtig. Investiere deine begrenzten Ressourcen in dieser Reihenfolge:

Die Werkbank Level 1 ist absolut kritisch. Sie schaltet Waffen-Presets und Munitions-Crafting frei. Du kannst 7.62×39 HP/PS herstellen und Schrottwaffen für Teile zerlegen. Benötigte Materialien: 2 Muttern, 2 Bolzen, ein Leatherman-Multitool. Sammle diese Items gezielt.

Die Sanitätsstation Level 1 reduziert deine Heilungskosten massiv. Passive HP-Regeneration bedeutet, dass du nach einem Raid nicht mehr so viel für Therapist ausgeben musst. Zusätzlich schaltet sie Salewa-Crafting frei. Diese Medkits sind teuer zu kaufen, aber billig herzustellen. Benötigt: 50.000 Rubel, eine Spritze und eine „Pile of Meds“.

Die Ernährungsstation beschleunigt Energie- und Hydration-Regeneration. In 1.0 wurden die Verbrauchsraten angepasst – dieses Modul ist wichtiger als in früheren Versionen. Ohne sie verbrennt dein PMC zwischen den Raids schneller Ressourcen.

Die Toilette (Lavatory) hat niedrigere Priorität. Nützlich zum Recyceln von Schrott und Crafting von Bandagen, aber nicht dringend. Bau sie, wenn du überschüssige Materialien hast.

Das Fitnessstudio (Gym) baut Stärke und Ausdauer passiv auf. Langfristig essenziell für Mobilität und Tragfähigkeit, aber viel zu ressourcenintensiv für das Early Game. Schieb es auf.

Die defekte Wand: Ein versteckter Stolperstein

Die Defekte Wand ist kein optionales Kosmetik-Upgrade. Sie sieht harmlos aus, aber sie belastet dich mit einem versteckten Debuff auf Treibstoffverbrauch und XP-Gewinn, solange sie nicht repariert ist.

Sammle frühzeitig Fleece-Stoff und eine Metallschere speziell für dieses Upgrade. Je schneller du die Wand reparierst, desto weniger Ressourcen verschwendest du langfristig. Viele Spieler übersehen dieses Detail und wundern sich, warum ihr Generator so schnell leer ist.

Überleben, Heilen, Weiterkämpfen

Das Gesundheitssystem in 1.0 bestraft Nachlässigkeit gnadenlos. Ein kleiner Fehler – eine unbehandelte Blutung, eine ignorierte Fraktur – kann den Unterschied zwischen erfolgreicher Extraktion und dem Bildschirm „Killed in Action“ bedeuten.

Blutungen, schwarze Gliedmaßen und Chirurgie im Feld

Schwere Blutungen haben absolute Priorität. Dein Standard AI-2 Medkit kann sie nicht stoppen – es behandelt nur leichte Blutungen und stellt HP wieder her. Du brauchst ein Esmarch- oder CALOK-B-Tourniquet. Eine unbehandelte schwere Blutung tötet dich in wenigen Minuten und hinterlässt dabei eine sichtbare Blutspur auf dem Boden. Jeder Spieler in der Nähe kann dieser Spur direkt zu dir folgen.

Schwarze Gliedmaßen (0 HP) reduzieren Mobilität und Zielstabilität drastisch. Ein schwarzes Bein macht dich langsam, ein schwarzer Arm macht dein Zielen wackelig. CMS-Kits (Surgical Kits) stellen Gliedmaßen wieder her, allerdings auf Kosten der maximalen HP dieses Körperteils. Priorisiere diesen Loot – CMS-Kits können einen hoffnungslosen Raid noch retten.

Wichtig: Chirurgie-Animationen sind laut und machen dich für mehrere Sekunden komplett wehrlos. Dein Charakter kann nicht abbrechen, nicht kämpfen, nicht weglaufen. Operiere niemals im offenen Feld. Warte auf Deckung durch einen Teamkollegen oder versteck dich tief in einem Busch, wo dich niemand sieht.

Was in jeden Raid-Rucksack gehört

Die richtige Vorbereitung entscheidet, ob du einen harten Raid überlebst oder daran scheiterst. Packe diese Gegenstände für jeden Raid ein:

  • Mindestens ein Tourniquet (Esmarch oder CALOK-B) gegen schwere Blutungen
  • Ein Medkit für HP-Wiederherstellung und leichte Blutungen (AI-2 oder besser: Salewa)
  • Schmerzmittel (Analgin oder Ibuprofen) – sie lassen dich trotz schwarzer Beine noch rennen
  • Ersatzmunition – mehr als du denkst, mindestens 60-90 Schuss
  • Wasser oder Saft für lange Raids, besonders auf großen Karten wie Woods oder Shoreline

Optional, aber empfehlenswert: Ein CMS-Kit für Feldchirurgie und Splints gegen Frakturen. In den ersten Tagen wirst du diese Items nicht immer haben – aber halte Ausschau danach.

Der Weg ins Mid- und Endgame

YouTube Video

Nach Ground Zero und Streets öffnet sich die Welt langsam. Jede neue Karte bringt neue Herausforderungen, besseren Loot und härtere Gegner.

Factory, Woods und Lighthouse freischalten

Mechanics Aufgabe schaltet Factory frei. Er verlangt die Übergabe von 2 „Found in Raid“ Waffen. Hier der wichtigste Tipp: Kaputte Scav-Waffen zählen für diese Quest. Repariere sie nicht – das ist Geldverschwendung. Extrahiere einfach mit zwei TOZ-Schrotflinten oder Kedrs, die du bei Scavs gefunden hast, und übergib sie.

Prapors Aufgabe öffnet Woods. Du musst 3 Ziele eliminieren (Scavs oder PMCs) und danach erfolgreich extrahieren. Wichtig: Kill-Count und Extraktion müssen nicht im selben Raid erfolgen. Du kannst in einen Raid gehen, drei Kills machen und dann sterben. Die Kills zählen trotzdem. Später kehrst du zurück und extrahierst einfach – Quest erledigt.

Lighthouse kostet 20.000 Dollar an Mechanic. Bei einem Wechselkurs von etwa 145 Rubel pro Dollar entspricht das rund 2,9 Millionen Rubel. Ein massiver Moneysink im mittleren Spielverlauf. Konzentriere dich darauf, „Streamer-Items“ (Goldene Hähne, Raben-Figuren) und hochwertige Tech-Beute zu finden und an Peacekeeper zu verkaufen – er zahlt in Dollar, und die brauchst du hier.

Reserve, Labs und Terminal – was dich erwartet

Reserve erfordert 5 PMC Dogtags für Prapor. Das erzwingt PvP-Interaktion. Falls direkter Kampf nicht deine Stärke ist: Überwache laufende Gefechte aus sicherer Distanz und räume die Überbleibsel auf. „Third-partying“ – also das Eingreifen in Kämpfe zwischen anderen Spielern – ist eine völlig legitime Strategie und oft sicherer als direkte Konfrontation.

The Lab erreichst du nur über Transits von Streets oder Factory. Es gibt kein normales Queue-System für diese Karte. Zusätzlich brauchst du eine Keycard als Eintrittspreis. Erwarte hochgerüstete Gegner, tödliche KI-Raider und entsprechend wertvollen Loot.

Terminal ist der Schauplatz des Finales. Vier verschiedene Enden warten („Survivor“, „Fallen“, „Debtor“, „Savior“), abhängig von deinen Entscheidungen in den Questreihen „Falling Skies“ und „The Ticket“. Die Black Division patrouilliert hier mit Top-Tier-Ausrüstung und fortgeschrittenen Taktiken. Das „Survivor“-Ende ohne Hilfe von Händlern kostet 500 Millionen Rubel. Ja, du hast richtig gelesen. Das ist ein Langzeitziel.

Checkliste für deine erste Woche in Tarkov

Hier ist dein konkreter Fahrplan für die ersten sieben Tage nach dem Wipe:

Tag 1-2: Ground Zero überleben
Nutze die Anfänger-Queue (Level 1-20) und schließe „Saving the Mole“ so schnell wie möglich ab. Lerne die Karte, identifiziere die gefährlichen Zonen, präge dir die Extraktionspunkte ein. Du wirst sterben – wahrscheinlich oft. Das ist normal und Teil des Lernprozesses.

Tag 3-4: Kapital aufbauen
Sammle 250.000 Rubel für den Zugang zu Streets of Tarkov. Verkaufe alles, was nicht Quest-Item oder sofortige Ausrüstung ist. Scav-Runs auf Ground Zero sind dein bester Freund – null Risiko, potenziell gute Beute.

Tag 5: Hideout-Grundlagen legen
Baue Werkbank Level 1 und Sanitätsstation Level 1. Diese Module machen dich bei Munition und Medikamenten unabhängiger von den überteuerten Händlerpreisen. Repariere die defekte Wand, sobald du die Materialien hast.

Tag 6-7: Munition farmen und Quests weiterführen
Beginne mit dem Sammeln von 5.45 und 7.62 Munitionskisten auf freigeschalteten Karten. Arbeite die Tour-Questlinie weiter ab. Ignoriere sie nicht – sie ist dein einziger Weg, die Welt zu öffnen.

Tarkov 1.0 belohnt Geduld, Planung und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Du wirst sterben, Ausrüstung verlieren und frustriert sein. Aber irgendwann – nach dem zehnten, zwanzigsten, fünfzigsten Raid – extrahierst du mit zitternden Händen und einem Rucksack voller Beute.

Das ist der Moment, für den sich alles lohnt. Willkommen in Tarkov.