360 Gramm Gewicht und gerade einmal 16,5 Millimeter Bauhöhe – auf dem Papier liest sich die Razer Joro eher wie ein Schreibblock als eine vollwertige Gaming-Tastatur. Wenn du dein Steam Deck oder den Gaming-Laptop oft einpackst, kennst du das Problem klobiger Peripherie. Genau hier setzt Razers 75-Prozent-Layout an.
Du bekommst eine volle F-Reihe und dedizierte Pfeiltasten, opferst aber den Nummernblock für maximale Transportfähigkeit. Das Chassis ist kleiner als ein DIN-A4-Blatt und passt problemlos in enge Laptop-Fächer.
Formfaktor und Verarbeitung: Flachmänner für den Rucksack

Im Test der Kollegen von PC Gamer brachte die Tastatur 381 Gramm auf die Waage, während der Hersteller selbst 374 Gramm angibt. Das ist geringfügig mehr als herkömmliche Tablet-Tastaturen, geht aber mit einem entscheidenden Material-Upgrade einher. Die Top-Plate besteht aus stabilem 5052-Aluminium, das Gehäuse aus robustem ABS-Kunststoff. Die Konstruktion verwindet sich nicht und liefert ein wertiges Gefühl auf dem Schreibtisch oder Klapptisch im Zug. Macworld ordnet das Modell sogar als ernstzunehmende Alternative zu Apples Magic Keyboard ein.
| Modell | Switch‑Typ | Formfaktor/Layout | Gewicht (g) | Beleuchtung | Wireless‑Modi | Software/Customization |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Razer Joro Portable Keyboard | Low‑Profile Scissor | Ultra‑kompakt, 75% | 360 | Single‑Zone Chroma RGB | Bluetooth 5.0 (3 Geräte), USB‑C (kabelgebunden), 2,4 GHz via Multi‑Device‑Dongle (FW v1.02.02) | Razer Synapse 4 (Windows/Mac), Snap Tap |
| NuPhy Air75 V2 | Low‑Profile Mechanical | 75% | 598 | Per‑Key RGB | Bluetooth, 2,4 GHz (bis 1000 Hz), USB‑C | QMK/VIA |
| Keychron K3 Pro | Low‑Profile Mechanical | 75% | 525 | Per‑Key RGB (je nach Version) | Bluetooth, USB‑C (kabelgebunden) | QMK/VIA |
| Logitech Keys‑To‑Go 2 | Scissor | Ultrakompakt (Cover‑Style) | 222 | Keine | Bluetooth (Easy‑Switch bis 3 Geräte) | Logitech Control (iPadOS/Android) |
Das Steam-Deck-Setup für unterwegs
Gerade für Handheld-Gamer entpuppt sich die Tastatur als Volltreffer. GamesRadar listet die Joro explizit als bestes Steam-Deck-Keyboard für das Jahr 2026. Du koppelst die Tastatur über Bluetooth und sparst dir lästige Adapter an deinem Handheld. Das geringe Gewicht fällt im Rucksack kaum auf, während das stabile Top-Case versehentliche Tastenanschläge in der Tasche abfedert. Die gummierten Standfüße halten das Board auch auf glatten Tischen sicher an Ort und Stelle.
Ergonomie mit festem Limit
Die flache Bauweise bringt einen handfesten Nachteil mit sich. Die Razer Joro bietet keine ausklappbaren Standfüße für eine Winkelverstellung. Du tippst dauerhaft auf einer sehr niedrigen, fest vorgegebenen Neigung. PC Gamer kritisiert diesen Umstand deutlich und verweist auf eine schnelle Ermüdung der Handgelenke bei längeren Gaming-Sessions. Macworld bemängelt die fehlende Verstellung ebenfalls als klares Ergonomie-Defizit. Wenn du stundenlang am heimischen Schreibtisch zockst, brauchst du zwingend eine externe Handballenauflage oder musst die Tastatur aufbocken.
Warnung: Winkel nicht verstellbar: Einige Tester bemängeln den flachen, fixen Tippwinkel – prüfe Ergonomie vor Langzeiteinsatz.
Switches und Tippgefühl im Razer Joro Test

Der kürzeste Weg zu schnellen Reaktionen ist ein kurzer Tastenhub. Razer verbaut hier Low-Profile-Scissor-Switches, die du ähnlich auch im aktuellen Razer Blade 2025 findest. Mit einem Auslöseweg von nur 1,6 Millimetern reagieren die Tasten extrem flott. Das Tippgefühl erinnert stark an eine sehr gute Laptop-Tastatur. Die Auslösung ist leichtgängig, schnell und liefert einen definierten Druckpunkt.
Wenn du den knackigen Widerstand und den Nachhall echter mechanischer Low-Profile-Switches erwartest, musst du deine Erwartungen anpassen. In der Reddit-Community kursierten schnell Berichte über ein schwammiges Tippgefühl. Die Joro tippt sich schneller und präziser als Office-Rubberdomes, erreicht aber nicht die Taktilität einer NuPhy Air75 oder einer ROG Falchion RX LP.
Reaktionszeit und Akustik im Gaming-Einsatz
Die Scissor-Switches punkten bei der Lautstärke. Macworld lobt das sehr dezente Tippgeräusch, das weder im Büro noch im Voice-Chat stört. Wenn du die Tastatur per USB-C-Kabel anschließt, profitierst du laut den Messungen von RTINGS von einer sehr guten Latenz dank 1000 Hz Ultrapolling. In diesem Modus ist die Joro absolut tauglich für schnelle Shooter. Im reinen Bluetooth-Betrieb ist die Latenz spürbar höher und eignet sich eher für Casual-Titel oder Rollenspiele.
Vorteile
- Pro: Ultrakompaktes 75-Prozent-Design mit voller F-Reihe und Pfeiltasten.
- Pro: Sehr stabiler Build dank 5052-Aluminium-Top-Plate.
- Pro: Leises und flottes Laptop-Tippgefühl mit 1,6 mm Hub.
- Pro: Kabelmodus liefert 1000 Hz Polling-Rate für reaktionsschnelles Gaming.
- Pro: Multi-Bluetooth für bis zu drei Geräte inklusive Fast Pair.
- Pro: Straßenpreise fallen teils extrem deutlich unter die UVP.
Nachteile
- Contra: 2,4-GHz-Modus erfordert separaten, kompatiblen Maus-Dongle, der nicht beiliegt.
- Contra: Feste, niedrige Neigung ermüdet die Hände bei langen Sessions.
- Contra: Akkulaufzeit mit aktivierter RGB-Beleuchtung fällt sehr kurz aus.
- Contra: Scissor-Switches fehlen das taktile Feedback mechanischer Tastaturen.
- Contra: Nur als US-QWERTY-Layout verfügbar.
Konnektivität und Akku: Kabellos zocken

Razer stattet die Tastatur ab Werk mit Bluetooth 5.0 aus. Du kannst bis zu drei Geräte gleichzeitig koppeln und per Tastendruck nahtlos zwischen deinem PC, dem Steam Deck und einem iPad wechseln. Die Unterstützung für Windows Swift Pair und Google Fast Pair beschleunigt die Ersteinrichtung enorm. Für kompetitive Gamer liefert Bluetooth jedoch nicht die nötige Geschwindigkeit.
Am 24. Juni 2025 reichte Razer über die Firmware-Version v1.02.02_r1 einen versteckten 2,4-GHz-Modus nach. RTINGS bestätigt in einem Retest die erweiterte Funktionalität. Der Haken: Es liegt kein Dongle im Karton. Du benötigst einen kompatiblen HyperSpeed-Mehrgeräte-Dongle einer Razer-Maus, um die Tastatur latenzfrei drahtlos zu betreiben. Das Pairing aktivierst du dann per Tastenkombination. Wer keinen solchen Dongle besitzt, zockt Shooter besser klassisch am USB-C-Kabel.
Hinweis: 2,4‑GHz erfordert ein kompatibles Razer HyperSpeed Multi‑Device‑Mausdongle und aktuelle Firmware – ein dedizierter Joro‑Dongle liegt nicht bei.
Akkulaufzeit: Der Preis für die RGB-Beleuchtung

Das Marketing verspricht fantastische 1800 Stunden Akkulaufzeit im Power-Saving-Mode. Die Realität mit aktiver Single-Zone Chroma RGB sieht völlig anders aus. Der Razer-Support gibt selbst zu, dass mit Beleuchtung nur etwa 10 Stunden drin sind. PC Gamer ermittelte bei 100 Prozent Helligkeit knappe 7,5 Stunden bis zum Blackout.
Dimms du die Beleuchtung auf 50 Prozent, kommst du laut den Messungen von GamesRadar auf respektable 17,5 Stunden. Macworlds Berechnungen gehen bei mittlerer Helligkeit von etwa 11 Stunden aus.
Wenn du die Tastatur für einen Wochenend-Trip einpackst, solltest du das USB-C-Kabel griffbereit haben oder die Beleuchtung komplett deaktivieren. Ohne RGB hält der Akku laut Herstellerangaben solide 40 Tage durch.
- Formfaktor: 75 Prozent Layout (F-Reihe + Pfeiltasten).
- Switches: Low-Profile Scissor, 1,6 mm Tastenhub.
- Materialien: 5052-Aluminium (Top-Plate), ABS (Bottom).
- Abmessungen: 298 × 114,8 × 16,6 Millimeter.
- Gewicht: Circa 360 bis 374 Gramm (Herstellerangabe).
- Verbindung: Bluetooth 5.0 (3 Profile), USB-C, 2,4-GHz (via Firmware-Update und externem Dongle).
- Beleuchtung: Razer Chroma RGB (Single-Zone).
- Akkulaufzeit: Bis zu 40 Tage (ohne RGB), 7,5 bis 17,5 Stunden (mit RGB).
Layout, Software und der Preis-Check
Razers Software Synapse 4 übernimmt die Steuerung unter Windows und macOS. Du konfigurierst hier Makros, Tastenbelegungen und die Single-Zone-RGB-Beleuchtung. Besonders spannend für kompetitive Spieler ist die Snap Tap-Funktion. Sie priorisiert bei schnellen Richtungswechseln automatisch die zuletzt gedrückte Taste, was deine Bewegungen in Shootern flüssiger macht. RTINGS lobt zudem die klare Shine-Through-Ausleuchtung der UV-beschichteten Keycaps, die auch im abgedunkelten Raum hervorragend ablesbar bleiben.
Tipp: Für schnelles Koppeln nutze Windows Swift Pair bzw. Google Fast Pair – spart Zeit beim Device‑Wechsel.
US-QWERTY vs. DE-QWERTZ auf der Razer Joro: Auf der offiziellen Produktseite und in Reviews wie von Macworld wird schnell klar: Eine deutsche QWERTZ-Version der Joro existiert nicht. Du musst dich mit dem US-ANSI-Layout arrangieren. Das bedeutet in der Praxis: Y und Z tauschen die Plätze, die Enter-Taste ist flach und breit, und die linke Shift-Taste fällt deutlich länger aus. Dir fehlen zudem dedizierte Tasten für Ä, Ö, Ü und das scharfe S.
Unter Windows löst du das Problem am besten, indem du das Layout „United States – International“ hinzufügst. Tippst du dann erst Anführungszeichen und danach ein A, O oder U, erzeugt das Betriebssystem automatisch den entsprechenden Umlaut. Beachte außerdem, dass die Zweitbeschriftungen für Mac-User laut Community-Feedback nicht von der Hintergrundbeleuchtung erfasst werden.
Lohnt sich der Straßenpreis?
Razer ruft eine unverbindliche Preisempfehlung von 139,99 USD auf. Für eine Tastatur mit Scissor-Switches und ohne beiliegenden 2,4-GHz-Dongle ist das eine Ansage. Diverse Tests, darunter Macworld und TechRadar, bemängeln das schwache Preis-Leistungs-Verhältnis zur UVP. Der reale Straßenpreis malt jedoch ein völlig anderes Bild.
Plattformen wie Slickdeals listeten die Razer Joro im April 2026 für knapp 56 USD. Fällt der Preis in diese Regionen unterhalb der 80-Dollar-Marke, wandelt sich die Joro von einem teuren Nischenprodukt zu einem absoluten No-Brainer für dein mobiles Gaming-Setup.
Passt die Joro zu dir? Kurzer Reality‑Check
- Du willst eine extrem schlanke, leichte Reisetastatur mit RGB und Gaming‑Extras wie Snap Tap.
- Du nutzt mehrere Geräte (Laptop, Tablet, Handy) und willst per F1–F3 flott wechseln.
- Du brauchst keine per‑Key‑RGB und kommst mit fixem Tippwinkel klar.
- Du willst Mac‑ und Windows‑Support inklusive Synapse‑Software.
Fazit
Zum Straßenpreis von unter 80 Euro ist die Razer Joro ein absoluter No-Brainer für dein mobiles Setup, zur UVP von 140 US-Dollar hingegen ein völlig überteuerter Kompromiss. Du bekommst ein massives Aluminium-Chassis, das jeden Rucksack-Transport anstandslos übersteht. Die Low-Profile-Scissor-Switches tippen sich extrem flott und leise. Für das schnelle Match im Zug oder Hotelzimmer reicht das locker aus.
Dauerhafte Schreibtisch-Sessions werden allerdings zur Geduldsprobe. Macworld und PC Gamer kritisieren völlig zurecht die starre, extrem flache Neigung. Ohne externe Handballenauflage streiken hier schnell deine Gelenke. Game Over. Auch bei der verbauten Technik musst du genau hinsehen. Die vollmundig beworbenen Akkulaufzeiten schmelzen laut den Messungen von GamesRadar mit aktivierter RGB-Beleuchtung auf magere 17 Stunden zusammen. Zockst du kompetitive Shooter, brauchst du zwingend das beiliegende USB-Kabel für die vollen 1000 Hz Ultrapolling.
Alternativ nutzt du den versteckten 2,4-GHz-Modus der Firmware v1.02.02_r1 – das klappt aber nur, wenn du den Dongle einer ohnehin vorhandenen kompatiblen Razer-Maus kaperst. Unser Rat: Suchst du eine extrem flache, robuste Zweittastatur für dein Steam Deck und arrangierst dich mit dem US-Layout, schlag im Sale zu. Brauchst du ein mechanisches Daily-Driver-Board für stundenlanges PC-Gaming, bist du hier falsch abgebogen.
Häufige Fragen
Hat die Razer Joro per‑Key‑RGB?
Nein. Es ist Single‑Zone Chroma RGB – per‑Key‑Effekte gibt es nicht.
Funktioniert 2,4‑GHz‑Funk mit der Joro?
Ja, seit Firmware v1.02.02 – aber nur über kompatible Razer HyperSpeed Multi‑Device‑Mausdongles.
Wie lange hält der Akku realistisch?
Hersteller: bis 40 Tage ohne RGB, ca. 10 Stunden mit RGB an. In der Praxis hängt es stark von Helligkeit/Nutzung ab.
Kann ich schnell zwischen Mac‑ und Windows‑Layout umschalten?
Ja, per Fn+Tab – während Synapse läuft ist diese Funktion jedoch deaktiviert.
Läuft die Joro am Steam Deck?
Per Bluetooth ja (Community‑Erfahrung im Desktop‑Modus). 2,4‑GHz kann je nach Dongle variieren.



