Der Markt für mechanische Tastaturen schrumpft die Layouts seit Jahren gnadenlos zusammen. Wer Numpad, Pfeiltasten und eine dedizierte F-Reihe sucht, schaut im Custom-Bereich oft in die Röhre. Epomaker steuert mit der TH108-Serie ganz bewusst gegen diesen Trend. In einem Blog-Beitrag vom April 2026 stellt der Hersteller klar, dass Full-Size kein Anachronismus ist, sondern für Multitasker und Gamer, die komplexe Tastenbelegungen brauchen, schlichtweg notwendig bleibt.
Die 104 Tasten bieten einen massiven Mehrwert für Produktivität, den dir kein 60-Prozent-Board mit fünf FN-Layern ersetzen kann.
Full-Size lebt: Darum ist die Epomaker TH108 Pro ein Statement

Design, Verarbeitung und Gasket-Mount-Magie
Du bekommst hier ein massives Stück Technik auf den Schreibtisch. Die Epomaker TH108 Pro bringt rund 1,12 Kilogramm auf die Waage, verbaut in einem dicken ABS-Gehäuse mit Polycarbonat-Platte. Im Inneren arbeitet ein FR4-PCB mit Flex-Cuts, gelagert auf einem echten Gasket-Mount-System. Epomaker stopft das Gehäuse mit fünf Lagen Dämpfungsmaterial voll, darunter PORON, IXPE, PET und Silikon. Das Ergebnis ist eine Konstruktion, die Vibrationen schluckt und Resonanzen im Keim erstickt.
Optisch bleibt die getestete Variante in „Black, Creamy Jade“ erstaunlich clean, durchbrochen von seitlichen Lichtleisten an der Unterkante und South-Facing-RGB. Die Double-Shot-PBT-Keycaps im Cherry-Profil fühlen sich rau und wertig an. Sie glänzen auch nach wochenlanger Nutzung nicht ab. Wer ein Full Size Custom Keyboard sucht, das out-of-the-box ohne klappernde Gehäuseteile auskommt, wird hier fündig.
Modding-Grenzen: Was geht und was nicht
Die Platine ist 5-Pin-Hot-Swap-fähig, du kannst also jederzeit andere Switches einsetzen. Bei den Stabilisatoren zieht Epomaker allerdings eine harte Grenze zwischen enthusiastischem Basteln und Serienfertigung.
Die Werk-Stabis sind solide geschmiert und verrichten ihren Dienst ohne nerviges Rasseln. Das ist wichtig, denn durch die fehlende Screw-In-Kompatibilität bist du auf Plate-Mount-Alternativen beschränkt, falls du sie jemals tauschen möchtest. Für die Zielgruppe, die eine fertige, gut klingende Tastatur sucht, ist das kein Problem. Hardcore-Modder müssen diesen Kompromiss schlucken.
Warnung: Die Stabilisatoren sind plattengelagert und nicht mit Screw-In- oder PCB-Stabs kompatibel. Wer tiefer in die Modding-Kiste greifen will, sollte das vor dem Kauf wissen.
Tippgefühl und Sound: Die Epomaker Creamy Jade Switches im Alltag

In unserem Test liefert die TH108 Pro genau den Sound, den du abends hören willst: ein tiefer, cremiger „Mid-Thock“, nie schrill, nie klapprig. GamingTrend vergleicht das Timbre sogar mit einer „ASMR-artigen Frühlingsdusche“. Das ist extrem treffend, weil das Board dank der massiven Dämpfungsschichten jegliches Feder-Ping wegbügelt. DigitalChumps bestätigt diesen Eindruck und ordnet den Klang als mittleren Thock ein, der nicht zu laut wird und somit auch im Home-Office Kollegen oder Mitbewohner schont.
Die technischen Fakten der Creamy Jades
Die linearen Epomaker Creamy Jade Switches laufen unfassbar glatt an. Sie sind ab Werk geschmiert und weisen kaum Stem-Wobble auf, was zu einem sehr stabilen Tippgefühl führt. Sie triggern relativ früh bei 2,0 Millimetern und benötigen eine moderate Betätigungskraft von 45 Gramm. Das ergibt ein sattes Feedback, das beim Gaming schnelle Reaktionen erlaubt und beim Schreiben flüssig von der Hand geht.
Wenn du bisher nur ungeschmierte Standard-Switches bekannter Gaming-Marken kennst, ist der Umstieg auf die Creamy Jades ein massives Upgrade. Das Tippen fühlt sich weich an, ohne schwammig zu wirken.
- Creamy Jade: Linear, 45±5 gf, 2,0 mm Pre-Travel, 3,6 mm Total-Travel. Ab Werk geschmiert.
- Sea Salt Silent V2: Linear, leiser Dämpferaufbau, 45±5 gf. Die Alternative für absolut lautlose Setups.
- Beide Varianten: 5-Pin-Hot-Swap-PCB, South-Facing-RGB, Cherry-Profil PBT-Doubleshots.
Features und Akku: Mehr als nur Spielerei?
Eine Mechanische Tastatur mit Bildschirm zieht sofort Blicke auf sich. Das Smart-TFT-Display der TH108 Pro sitzt oben rechts, flankiert von einem seitlich angebrachten Drehregler. Zur Einordnung: Bei der neueren Epomaker TH108 V2 Pro wandert dieser Knob an die rechte Frontseite, um direkter erreichbar zu sein, während das Pro-Modell das traditionellere Top-Right-Layout mit seitlichem Zugriff behält.
Das TFT-Display und der Drehregler

Das Glas-Display zeigt dir Uhrzeit, Datum, Akkustand, den aktiven Verbindungsmodus und die Lock-Statusanzeigen. Über den Drehregler navigierst du durch diese Ansichten.
Über die Software kannst du zudem eigene GIFs oder Bilder auf das Display laden. GamingTrend lobt diese Personalisierungsoptionen, merkt aber an, dass einige Funktionen des Screens im Vergleich zu einfachen Tastenkürzeln redundant wirken. Ein bekannter Pain Point aus der Community ist zudem das Deaktivieren des Screens: Ein einfacher Shortcut zum kompletten Abschalten fehlt, Nutzer behelfen sich über die Helligkeitseinstellungen oder den Standby-Modus.

Hinweis: Zeit und Datum des Displays müssen oft per USB-Verbindung und Web-Driver synchronisiert werden. Es gibt Berichte, dass dies kabellos nicht immer zuverlässig klappt.
Das 10.000-mAh-Monster im Gehäuse
Kabellose Tastaturen leiden oft unter chronischer Kurzatmigkeit. Epomaker löst dieses Problem mit purer Masse und verbaut einen 10.000-mAh-Akku. Der Hersteller selbst spricht in seinem Newsroom von bis zu 200 Stunden Laufzeit unter bestimmten Bedingungen. GamingTrend bestätigt in der Praxis eine extrem starke Ausdauer und verortet die realistische Laufzeit bei etwa 160 Stunden im 2,4-GHz-Betrieb.
Nach 30 Stunden intensiver Nutzung lag der Akku im Test immer noch bei über 80 Prozent. Damit deklassiert die TH108 Pro die meisten Konkurrenten auf dem Markt und macht das Aufladen zu einer seltenen Randnotiz.
Konnektivität und Software: Licht und Schatten

Die Hardware der TH108 Pro liefert ab, bei der Anbindung an den Rechner zeigt sich jedoch ein zweigeteiltes Bild. Die Tri-Mode-Konnektivität lässt keine Wünsche offen. Du wählst zwischen Bluetooth 5.0, einem 2,4-GHz-Dongle und dem klassischen USB-C-Kabel. Laut Epomaker erreichst du über Kabel eine Polling-Rate von 1000 Hz bei 2 ms Latenz. Der 2,4-GHz-Modus hält die 1000 Hz, die Latenz steigt minimal auf 5 ms. Bluetooth liefert 125 Hz bei 11 ms Latenz und erlaubt das Pairing mit bis zu fünf Geräten.
Tri-Mode: Latenzfrei im 2,4-GHz-Netz
Im Alltag ist der 2,4-GHz-Modus der Sweetspot. GamingTrend bestätigt, dass sich die kabellose Nutzung in Spielen absolut stabil verhält und sich „wie kabelgebunden“ anfühlt. FPS-Gamer merken hier keinen Unterschied zur Strippe.
Tipp: Der USB-Dongle für die 2,4-GHz-Verbindung steckt versteckt unter dem linken Kickstand. Praktisch für den Transport, aber beim Auspacken leicht zu übersehen.
Die Browser-Software als Geduldsprobe
Während die Hardware glänzt, ist die Software die klare Schwachstelle von Epomaker. Statt eines dedizierten Offline-Clients setzt der Hersteller auf einen webbasierten Treiber.
Das bremst das Vertrauen massiv. Laut Quick-Start-Guide erfordert der Upload von GIFs auf das Display zudem zwingend eine Kabelverbindung. Die Tastatur funktioniert glücklicherweise komplett ohne Software, aber wer Makros schreiben oder das Display anpassen will, muss sich durch diese Browser-Lösung quälen.
Epomaker TH108 Pro vs. Keychron: Wer baut das bessere Full-Size-Board?
Wer in dieser Preisklasse eine 100-Prozent-Tastatur sucht, landet unweigerlich beim Vergleich mit Keychron. Die Plattform Keeb-Finder fasst das Duell sehr passend zusammen: Wireless-Flex gegen Firmware-Power. Die Epomaker TH108 Pro gewinnt durch ihren massiven Akku und die Tri-Mode-Konnektivität sofort bei Nutzern, die keine Kabel auf dem Tisch sehen wollen. Keychrons V6 und Q6 hingegen punkten mit der offenen QMK/VIA-Firmware, die tiefgreifende Programmierung ohne fragwürdige Web-Treiber erlaubt.
| Modell | Layout | Gehäuse / Platte | Verbindung | Display / Knopf | Akku | Hot-Swap | Software / Firmware |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EPOMAKER TH108 Pro | 100% (104 Tasten) | ABS / PC-Platte, FR4-PCB (Flex-Cuts) | USB-C, 2,4 GHz, Bluetooth 5.0 | TFT-Display + Drehknopf | 10.000 mAh | Ja (5-Pin) | EPOMAKER Web-Driver (keine QMK/VIA) |
| Keychron Q6 | 100% | CNC-Alu / Stahlplatte | USB-C (kabelgebunden) | — / optionaler Knopf | Kein Akku | Ja (5-Pin) | QMK/VIA, 1000 Hz |
| Keychron V6 | 100% | ABS / Stahlplatte | USB-C (kabelgebunden) | — / optionaler Knopf | Kein Akku | Ja (5-Pin) | QMK/VIA (V6 8K bis 8.000 Hz) |
| Keychron Q6 HE 8K | 100% | Alu-Gehäuse | USB-C, 2,4 GHz, Bluetooth | — / optionaler Knopf | 4.000 mAh | HE-Hot-Swap | QMK-Basis + HE-Funktionen |
Die Keychron Q6 bietet für einen deutlichen Aufpreis ein massives CNC-Aluminiumgehäuse, ist aber nur kabelgebunden nutzbar. Die Keychron V6 liegt preislich näher an der Epomaker, hat ein ABS-Gehäuse, bleibt aber ebenfalls an das Kabel gebunden (außer man greift zu deutlich teureren HE- oder Max-Versionen). Wenn du deine Tasten auf bis zu vier Layern komplett neu mappen willst, greif zu Keychron. Wenn du eine starke Akkulaufzeit, kabellose Freiheit und den cremigen Sound der Creamy Jades suchst, hat Epomaker die Nase vorn.
Vorteile
- Creamy-Jade-Switches mit satter, „ASMR-like“ Akustik und geschmeidigem Tippgefühl ab Werk.
- Tri-Mode (BT 5.0, 2,4 GHz, USB-C) inklusive extrem stabiler 2,4-GHz-Performance.
- 10.000-mAh-Akku liefert realistische 160 Stunden Laufzeit ohne Nachladen.
- Gasket-Mount, PBT-Keycaps und dicke Dämpfungsschichten schlucken jede Resonanz.
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis um die 99 US-Dollar.
- Smart-TFT mit Uhr und GIF-Upload plus wertiger Drehregler sind coole Boni.
Nachteile
- Browserbasierte Software wirkt spartanisch und forderte im Test unnötige Netzwerk-Rechte.
- GIF- und Screen-Customization erfordern zwingend den Kabelmodus.
- Kein klassischer Offline-Client verfügbar.
- Teilweise redundanter Nutzwert von Screen und Knob gegenüber simplen Shortcuts.
Klare Kaufempfehlung für die TH108 Pro?
Wenn du eine Full-Size-Tastatur willst, die sich wie ein Custom-Build anfühlt, kabellos nicht schlappmacht und beim Tippen durchgehend Freude bereitet, nimm die Epomaker TH108 Pro. Die Kombination aus 10.000-mAh-Akku, Gasket-Mount, PBT-Caps und den herausragenden Creamy-Jade-Switches ist in dieser Preisklasse schwer zu schlagen. Das TFT-Display verbuchen wir als nettes Gimmick für Uhr-Check und GIF-Spielereien – nice to have, aber nicht der primäre Kaufgrund.
Die Kröte, die du schlucken musst, ist die Software. Die webbasierte Treiber-Lösung ist hakelig und erfordert Kompromisse bei der Ersteinrichtung. Richtest du das Board aber einmal per Kabel ein und nutzt es danach primär über den starken 2,4-GHz-Dongle, spielt dieser Kritikpunkt im Alltag kaum noch eine Rolle. Für rund 99 US-Dollar liefert Epomaker ein Komplettpaket ab, das den Schreibtisch aufräumt, fantastisch klingt und das Numpad endlich wieder salonfähig macht.
Fazit

Die Epomaker TH108 Pro gewinnt das Duell gegen den schrumpfenden Tastatur-Trend durch exzellente Hardware und einen schlichtweg gigantischen Akku. Wenn du keine Lust auf ständiges Nachladen hast und das tiefe, von DigitalChumps als schonend gelobte Klangprofil der Creamy Jade Switches suchst, führt in dieser Preisklasse kaum ein Weg an diesem Board vorbei. Die 160 Stunden Laufzeit im 2,4-GHz-Netz, die auch GamingTrend im Test bestätigt, machen den Alltag komplett stressfrei.
Der Dealbreaker für Hardcore-Modder ist höchstens die Software. Willst du GIFs auf das kleine TFT-Display laden, musst du das Kabel anstecken und dich durch einen hakeligen Web-Treiber quälen. Wer jeden Millimeter seiner Layer mit offener Firmware wie QMK/VIA programmieren will, ist bei Keychron definitiv besser aufgehoben. Suchst du stattdessen ein starkes Out-of-the-box-Erlebnis für Office-Multitasking und abendliche FPS-Runden, greif bedenkenlos zu.
Richte die Tastatur einmalig per Kabel ein, steck den Dongle in den Rechner und vergiss das Setup. Für rund 99 US-Dollar bekommst du ein massives Full-Size-Board, das auf dem Schreibtisch absolut abliefert.
Häufige Fragen
Kann ich das TFT‑Display der TH108 Pro komplett ausschalten?
Es gibt keine dokumentierte Fn‑Kombi für dauerhaft AUS. Du kannst Helligkeit/Sleep nutzen; Community‑Berichte melden, dass ein komplettes Abschalten nur über Standby möglich ist.
Wie stelle ich Uhrzeit/Datum auf dem Display ein?
Über den EPOMAKER Web‑Driver. Für den Sync kann (analog zu anderen TH‑Modellen) eine USB‑Verbindung nötig sein.
Unterstützt die TH108 Pro QMK/VIA?
Nein. Remapping, Makros, RGB und Display laufen über den web‑basierten EPOMAKER‑Treiber (Windows/macOS).
Wo sitzt der 2,4‑GHz‑Dongle?
Unter dem linken ausklappbaren Fuß (Kickstand) im Gehäuse.
Wie ist die Akkulaufzeit in der Praxis?
Der 10.000‑mAh‑Akku hält je nach Beleuchtung/Display mehrere Wochen; mit viel RGB entsprechend kürzer.





