Du hast deine erste Farm in Hytale gebaut, ein paar Kühe angelockt – und am nächsten Tag sind sie weg. Einfach verschwunden. Willkommen im Early Access.
Hytale ist seit dem 13. Januar 2026 spielbar, und die Tierhaltung gehört zu den Systemen, die Spieler am meisten faszinieren – und frustrieren. Denn vieles funktioniert anders, als du es von anderen Sandbox-Spielen kennst. Zucht? Deaktiviert. Dauerhafte Zähmung? Gibt es nicht. Und diese Herz-Partikel über dem Kopf deiner Kuh? Die bedeuten nicht das, was du denkst.
Dieser Guide erklärt dir, wie Tiere in Hytale wirklich funktionieren – Stand Januar 2026 inklusive Update 1 vom 17. Januar. Du erfährst, wie du Tiere einfängst, transportierst und nutzt, welche Ressourcen sie liefern und wie du deine Gehege so baust, dass nicht jede Nacht ein Wolf deine Schafe dezimiert.
Weil Hytale ohne echtes Ownership-System eher „Sandbox-Survival“ als klassisches Farmspiel ist, passt ein Blick auf Genre-Verwandtschaft: Der Überblick zu ähnlichen Spielen wie Minecraft hilft dir, die richtigen Erwartungen zu setzen und dich nicht an Features festzubeißen, die (noch) nicht da sind.
Was du über Tiere in Hytale wirklich wissen musst
Hytale befindet sich im Early Access. Das bedeutet: Viele Features, die in frühen Blogposts angekündigt wurden, existieren noch nicht – oder sind im Code vorhanden, aber deaktiviert.
Die wichtigsten Einschränkungen im Überblick:
- Keine Zucht: Du kannst Tiere nicht vermehren. Der Breeding-Code ist im Spiel, aber nicht aktiv.
- Keine permanente Zähmung: Tiere binden sich nicht dauerhaft an dich. Ein Pferd, das du gerade noch geritten hast, läuft weg, sobald du absteigst.
- Kein Ownership-System: Das Spiel speichert nicht, welche Tiere dir „gehören“.
Was funktioniert: Tiere einfangen, füttern, melken, scheren und für Ressourcen nutzen. Und genau darum geht es in diesem Guide.
Warum die Herz-Partikel nicht das bedeuten, was du denkst
Fütterst du eine Kuh mit Weizen, erscheinen Herzen über ihrem Kopf. In Minecraft würde das bedeuten: Das Tier ist paarungsbereit. In Hytale bedeutet es etwas völlig anderes.
Die Herzen signalisieren drei Dinge:
- Temporäre Befriedung: Das Tier sieht dich nicht mehr als Bedrohung.
- Sättigung: Das Tier wurde erfolgreich gefüttert.
- Keine Bindung: Es findet kein Imprinting statt. Das Tier gehört dir nicht.
Diese Diskrepanz zwischen visueller Sprache und Spielmechanik verwirrt viele Spieler. Sie versuchen, zwei gefütterte Tiere zusammenzubringen – und nichts passiert. Das ist kein Bug. Die Funktion existiert schlicht noch nicht.
So funktioniert die Tier-KI in Hytale
Hytale nutzt ein sogenanntes Utility-AI-System. Anders als simple Zustandsmaschinen bewertet diese KI ständig verschiedene Aktionen und wählt die mit dem höchsten „Nutzen“ für das Tier. Das klingt technisch, hat aber praktische Konsequenzen für dich.
Akustische und visuelle Reize verstehen
Tiere reagieren auf dich – und zwar differenziert:
- Geräusche: Schwere Rüstung macht Lärm. Scheue Tiere wie Rehe oder Kaninchen fliehen schneller, wenn du in voller Montur anrennst.
- Sichtkegel: Jedes Tier hat einen Sichtbereich. Näherst du dich von hinten, bleibst du länger unentdeckt als bei einem Frontalangriff.
- Entfernung: Zu viel Abstand beim Anlocken, und das Tier verliert das Interesse.
Der Tag-Nacht-Zyklus und sein Einfluss auf Tiere
Die Tageszeit verändert das Verhalten massiv. Manche Tiere schlafen nachts und regenerieren dabei Gesundheit. Raubtiere wie Wölfe werden aktiver. Hühner suchen bei Dunkelheit automatisch ihren Stall auf – vorausgesetzt, du hast einen gebaut.
Tiere einfangen und transportieren
Ohne Leinen und ohne permanente Zähmung ist der Transport von Tieren eine Herausforderung. Drei Methoden stehen dir zur Verfügung.
Anlocken mit Futter (Luring)
Die simpelste Methode: Du hältst das richtige Futter in der Hand, und das Tier folgt dir.
Das Problem: Die KI verliert schnell das Interesse. Hindernisse im Weg? Tier bleibt stehen. Du sprintest? Tier gibt auf. Das Treiben einer kleinen Herde durch den Wald von Zone 1 kann zur Geduldsprobe werden.
Welches Tier mag was:
- Kühe und Schafe: Weizen
- Schweine: Karotten
- Hühner: Mais
- Pferde: Karotten
Der Futterbeutel (Feed Bag) – was er kann und was nicht
Der Feed Bag soll Tiere an einem Ort versammeln. Die Realität ist komplizierter.
Herstellung: Farmer’s Workbench. Du brauchst 10 Weizen, 5 Gemüse, 5 Früchte und 10 Essence of Life.
Funktionsweise: Platziert wirkt er als Attraktor in einem bestimmten Radius.
Das Aber: Community-Berichte sind gemischt. Manche Spieler schwören darauf, andere melden, dass erwachsene Tiere ihn komplett ignorieren. Tests zeigen: Der Feed Bag funktioniert am besten bei Jungtieren und kleinen Tieren wie Kaninchen. Bei ausgewachsenen Kühen oder Pferden scheint die KI-Priorität zu niedrig eingestellt.
Die Einfang-Kiste (Capture Crate) richtig nutzen
Für kleine Tiere ist die Capture Crate ein Gamechanger. Du packst das Tier ins Inventar und trägst es nach Hause – wie ein Pokéball.
Herstellung: Farmer’s Workbench. 4 Holz und 50 Essence of Life.
Funktioniert bei: Hühnern, Kaninchen, Ferkeln, Mäusen, Fröschen.
Funktioniert nicht bei: Ausgewachsenen Kühen, Schweinen, Schafen, Pferden.
Die effizienteste Strategie: Suche Jungtiere in der Wildnis, fange sie mit der Crate ein und ziehe sie auf deiner Farm groß. Das spart dir das mühsame Treiben und die Gefahr durch Raubtiere unterwegs.
Die Manure Economy: Warum Tierhaltung kein Hobby ist
In Hytale ist Tierhaltung kein nettes Extra. Sie ist der Schlüssel zu effizientem Farming – und damit zu technologischem Fortschritt.
Der Ressourcen-Kreislauf erklärt
Das System funktioniert so:
- Du baust Futter an (Weizen, Karotten, Gemüse).
- Du fütterst deine Tiere.
- Gesättigte Tiere produzieren nach einer Verdauungsperiode Dung (Mist).
- Du düngst deine Felder mit dem Mist.
- Gedüngte Pflanzen wachsen schneller und liefern mehr Essence of Life.
Essence of Life brauchst du für fast alles: Capture Crates, Rucksäcke, Werkzeuge. Ohne Tierhaltung wächst dein Fortschritt im Schneckentempo.
Ein Tipp am Rande: Brot backen ist eine Falle. Teig verbraucht einen Wassereimer pro Einheit, und unendliche Wasserquellen gibt es nicht. Spieler, die massenhaft Brot backen, legen buchstäblich Seen trocken. Tierprodukte wie Milch, Fleisch und Eier sind die bessere Nahrungsquelle.
Welche Tiere produzieren Dünger?
Dünger entsteht primär durch aktive Interaktion:
- Kühe melken generiert Dung als Nebenprodukt.
- Schafe scheren ebenso.
Einfach nur herumlaufende Tiere produzieren deutlich weniger. Pflege deine Tiere aktiv, wenn du Dünger brauchst.
Nutztiere in Zone 1 – Emerald Grove
Die Startzone beherbergt alle grundlegenden Nutztiere. Hier baust du deine erste Farm auf.
Kühe halten und Milch gewinnen
Die Kuh ist das wertvollste Tier im Early Game. Milch heilt stark, und Käse gibt dir 15% Sofortheilung.
Futter: Weizen
Drops: Milch, Light Hide, Rohes Rindfleisch, Dünger
Verhalten: Kühe sind Herdentiere. Einzelne Exemplare werden unruhig.
Das Problem: Kühe passen nicht in Capture Crates. Du musst sie anlocken oder dein Gehege um wild lebende Kühe herum bauen.
Schafe züchten und Wolle farmen
Schafe liefern Wolle – eine erneuerbare Ressource, die nachwächst, wenn das Schaf Gras frisst.
Futter: Weizen, Salat
Drops: Wolle, Light Hide, Lammfleisch, Dünger
Wichtig: Dein Schafgehege braucht Grasboden. Ohne Gras keine neue Wolle.
Gefahr: Schafe sind das Lieblingsfressen von Wölfen und Füchsen. Ein einfacher Zaun reicht nicht – Raubtiere glitchen oft hindurch.
Schweine und Hühner effizient managen
Schweine sind unkompliziert. Erwachsene Tiere musst du anlocken, aber Ferkel passen in die Capture Crate. Fang ein paar Ferkel, zieh sie groß, fertig.
Hühner sind trickreich. Sie haben winzige Hitboxen und schlüpfen durch normale Zäune. Nutze für die unterste Reihe deiner Umzäunung solide Blöcke statt Zaunpfähle. Ein Hühnerstall (Chicken Coop) fasst etwa sechs Tiere und bietet ihnen nachts Schutz.
Update 1 hat einen Bug behoben, bei dem andere Tiere auf Ställe kletterten und entkamen. Das Problem mit den Hitboxen bleibt.
Raubtiere abwehren – Gehege richtig bauen
Deine Tiere sind nicht sicher, nur weil du einen Zaun gebaut hast.
Wölfe, Füchse und andere Gefahren
Füchse wurden mit Update 1 entschärft. Sie greifen Spieler nicht mehr grundlos an – aber sie töten weiterhin Hühner und Kaninchen. Ein ungesicherter Stall bedeutet Totalverlust.
Wölfe jagen im Rudel und haben es auf Schafe und Kühe abgesehen. Sie können sogar innerhalb deiner Gehege spawnen, wenn die Bedingungen stimmen.
Bären sind selten, aber tödlich. Sie liefern Heavy Hide – ein Material, das du später dringend brauchst.
Beleuchtung und Bodenbelag gegen Spawns
Der berüchtigte „Spawn-in-Pen Bug“ lässt Raubtiere in deinen Gehegen erscheinen. Die Ursache: natürlicher Boden und niedriges Lichtlevel.
So verhinderst du das:
- Boden austauschen: Ersetze Gras durch Holzplanken oder gepflasterte Wege. Ausnahme: Schafgehege brauchen Gras.
- Licht, viel Licht: Stell Fackeln auf. Überall.
- Doppelte Wände: Zwei Reihen Zaun oder solide Blöcke verhindern das Durchglitchen.
Tiere in Zone 2 bis 4
Jede Zone hat ihre eigene Fauna – mit eigenen Ressourcen und Gefahren.
Wenn du in Hytale ständig zwischen Zonen wechselst, um Medium oder Heavy Hide zu farmen, hilft dir ein Vergleichsgefühl: Welche Spiele spielen sich ähnlich, wo liegen die typischen Progress-Fallen, und welche Systeme sind „Early Access-chaotisch“? Eine gute Einordnung bekommst du über Spiele wie Palworld, weil du dadurch schneller erkennst, welche Strategien genre-typisch funktionieren.
Wüstenfauna: Kamele, Hyänen und Säbelzahntiger
Zone 2 (Howling Sands) ist Wüste. Kamele sind hier dein bestes Reittier – sie bewegen sich schneller auf Sand als Pferde.
Für Leder ist die Wüste ein Paradies: Hyänen und Säbelzahntiger spawnen häufiger als Wölfe in Zone 1. Medium Hide farmen geht hier deutlich effizienter.
Eisbären und Widder in der Frostzone
Zone 3 (Whisperfrost Frontier) ist eisig und gefährlich. Eisbären liefern Heavy Hide und sind auf dem weißen Schnee gut sichtbar – einfacher zu jagen als die seltenen Grizzlys in Zone 1.
Widder sind hier das interessante Reittier: Sie klettern besser als Pferde und erklimmen steile Berghänge mühelos.
Dinosaurier in den unterirdischen Dschungeln (Update 1)
Mit Update 1 vom 17. Januar kamen Dinosaurier ins Spiel. Du findest sie in den unterirdischen Dschungeln von Zone 4 – riesige Höhlen mit biolumineszenten Pflanzen auf Y-Level 30-40.
Cave Rex: Der Apex-Predator. Biolumineszente Anhängsel locken Beute an. Extrem gefährlich, droppt Heavy Hide.
Cave Raptor: Schnell, tritt in Gruppen auf, hohe Respawn-Rate. Gute Quelle für Medium Hide.
Pterodactyl: Fliegt nahe der Höhlendecke. Ohne Fernkampfwaffe keine Chance.
Wichtig: Dinosaurier spawnen nur in neu generierten Gebieten. Bereiche, die du vor dem Update erkundet hast, bleiben leer.
Leder farmen: Light, Medium und Heavy Hide
Leder ist der Flaschenhals für deinen Fortschritt. Rüstungen, Rucksäcke, Upgrades – alles braucht Hide.
Welches Tier droppt welches Leder?
| Leder-Typ | Verwendung | Beste Quellen |
|---|---|---|
| Light Hide | Eisen-Rüstung, Basis-Rucksack | Kühe, Schafe, Schweine, Rehe |
| Medium Hide | Thorium-Set, Rucksack-Upgrade 1 | Hyänen, Säbelzahntiger, Wölfe, Raptoren |
| Heavy Hide | Adamantit-Set, Rucksack-Upgrade 2 | Bären, Eisbären, Krokodile, Cave Rex |
Das Heavy-Hide-Problem lösen
Das „Heavy Hide Bottleneck“ ist real. Du erreichst das Tech-Level für Adamantit, aber dir fehlt das Leder. Bären sind zu selten.
Lösungen:
- Eisbären in Zone 3: Besser sichtbar, häufiger als Grizzlys.
- Krokodile in Sümpfen: Zuverlässige Alternative.
- Cave Rex in Zone 4: Gefährlich, aber lohnend.
Update 1 hat die Kosten für den ersten Rucksack von 16 auf 8 Medium Hide gesenkt. Das Heavy-Hide-Problem bleibt.
Reittiere nutzen – trotz fehlender Zähmung
Reiten funktioniert, aber das System ist frustrierend unvollständig.
Pferde, Kamele und Widder im Vergleich
- Pferde: Schnell auf flachem Terrain. Standard-Reittier.
- Kamele: Bonusgeschwindigkeit auf Sand. Unverzichtbar in Zone 2.
- Widder: Kletterbonus. Ideal für Bergregionen in Zone 3.
Workarounds gegen das Weglaufen
Ohne permanente Zähmung läuft dein Reittier weg, sobald du absteigst. Spieler haben Tricks entwickelt:
Der Carrot Anchor: Grab am Zielort eine zwei Blöcke tiefe Grube. Beim Absteigen schubst du das Tier hinein.
Temporärer Zaun: Baue um dein Pferd herum einen kleinen Zaun, sobald du absteigst. Nervig, aber effektiv.
Sättel sind selten und meist nur als Dungeon-Loot zu finden. Ohne Sattel bleiben dir nur diese Workarounds.
Bekannte Bugs und wie du sie umgehst
Transparenz spart Frust. Diese Probleme existieren Stand Januar 2026:
Despawning: Tiere verschwinden, wenn du den Bereich verlässt oder dich ausloggst. Namensschilder können helfen, sind aber selten. Halte Gehege klein und innerhalb eines Chunks.
Glitching durch Wände: Tiere ignorieren beim Chunk-Laden manchmal die Kollision von Zäunen. Nutze doppelte Wände oder solide Blöcke.
Raubtiere im Gehege: Bereits oben erklärt. Bodenbelag und Licht sind deine Freunde.
Was die Zukunft bringt: Beastmastery und echte Zucht
Im Spiel findest du „Memories“ – ein Lore- und Skill-System, das auf kommende Features hindeutet.
Was wahrscheinlich kommt:
- Beastmastery-Skill-Tree: Echte Zähmung mit Begleitern, die Befehle befolgen und kämpfen.
- Genetik und Zucht: Die Reaktivierung des Breeding-Codes. Merkmale wie Farbe, Geschwindigkeit und Lebenspunkte werden vererbbar.
- Erweiterte KI: Komplexere Verhaltensmuster, Herdenwanderungen, realistischere Jäger-Beute-Dynamiken.
Bis dahin gilt: Hytale ist ein Rohdiamant. Die Systeme sind komplex angelegt, aber noch nicht fertig. Wer Tiere halten will, muss weniger als Züchter denken – und mehr als technischer Manager, der Bugs umgeht und Ressourcen-Kreisläufe optimiert.
Weitere Infos und Quellen: