Du hast deine erste Rakete gestartet. Vielleicht sogar zehn oder zwanzig. Deine Basis produziert solide 100 Wissenschaftspakete pro Minute, die Biters sind unter Kontrolle, und irgendwo in deinem Hinterkopf flüstert eine Stimme: Das geht doch noch größer. Viel größer.
Willkommen beim Übergang zur Megabase. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen – und hier wird Factorio erst richtig interessant. Dieser Guide führt dich durch alles, was du wissen musst, um den Sprung von der funktionierenden Basis zur interplanetaren Industriemacht zu schaffen.
Wenn du Factorio: Space Age liebst, liebst du sehr wahrscheinlich genau dieses Gefühl: Du planst ein System, setzt ein paar Zahnräder in Bewegung – und plötzlich läuft eine ganze Welt nach deinen Regeln. Falls du zwischendurch mal Lust auf ähnliche „Denksport“-Vibes abseits von Förderbändern hast, findest du in den besten Indie-Strategiespielen starke Alternativen, die denselben Nerv treffen: clevere Entscheidungen, harte Trade-offs und dieses süchtig machende „Nur noch eine Optimierung“-Mindset.
Was hat sich mit Space Age geändert?
Die Space Age-Erweiterung hat die Spielregeln komplett neu geschrieben. Was früher als Megabase galt, ist heute eine ambitionierte Starterbasis. Klingt übertrieben? Ist es nicht. Die Erweiterung hat nicht nur neue Inhalte gebracht – sie hat die fundamentale Architektur dessen verändert, was eine große Basis ausmacht.
Warum 1.000 SPM nicht mehr reichen
In der alten Welt von Version 1.1 war eine Basis mit 1.000 Wissenschaftspaketen pro Minute (SPM) der heilige Gral. Du hattest es geschafft. Applaus, Konfetti, Screenshot für Reddit. Die Community verbeugte sich vor deiner Ingenieurskunst.
Heute? 1.000 SPM ist ein solider Meilenstein auf dem Weg, aber definitiv keine Megabase mehr. Die neuen Werkzeuge – Qualitätsstufen, interplanetare Logistik, spezialisierte Gebäude und gestapelte Fließbänder – haben die Messlatte brutal verschoben. Der neue Goldstandard liegt bei 10.000 physischer SPM aufwärts. Und wer wirklich verrückt ist (im besten Sinne), peilt effektive Werte im Millionenbereich an.
Das ist keine Hyperbel. Das sind dokumentierte Basen, die von engagierten Spielern gebaut und optimiert wurden. Die Frage ist nicht mehr „Kann ich 1.000 SPM schaffen?“, sondern „Wie effizient kann ich 10.000 erreichen – und was kommt danach?“
Physische SPM vs. Effektive SPM – Die neue Messlatte
Hier wird es richtig spannend. Space Age hat eine fundamentale Kluft zwischen zwei Metriken gerissen, die du verstehen musst:
Physische SPM misst, was deine Fabrik tatsächlich an Wissenschaftspaketen ausspuckt. Die rohe Produktionsleistung. Durch die Einführung des Belt Stacking transportiert ein voll gestapeltes grünes Fließband jetzt etwa 14.400 Items pro Minute – viermal so viel wie in der alten Version. Das bedeutet: Belt-basierte Megabasen sind kompakter geworden, und Designs, die früher komplexe Zugnetzwerke erforderten, funktionieren jetzt mit simplen Fließbändern.
Effektive SPM (eSPM) hingegen misst, wie schnell du tatsächlich forschst. Und hier explodieren die Zahlen. Zwei Faktoren treiben diesen Wert in astronomische Höhen:
- Biolabore sind organische Forschungseinrichtungen, die den Verbrauch von Wissenschaftspaketen drastisch reduzieren. Ein Setup mit Biolaboren kann mit der gleichen Menge an physischen Paketen eine doppelt so hohe Forschungsleistung erbringen wie herkömmliche Labore. Das ist keine marginale Verbesserung – das ist ein Gamechanger.
- Qualitäts-Produktivität durch legendäre Module in Kombination mit unendlicher Forschungsproduktivität erzeugt Multiplikatoreffekte, die ins scheinbar Absurde gehen. Es gibt dokumentierte Basen mit „nur“ 73.000 physischer SPM, die eine effektive Forschungsleistung von 1,3 Millionen eSPM erreichen. Lies das nochmal. 1,3 Millionen.
Was bedeutet das für dich? Dein Ziel ist nicht mehr blindes Skalieren um jeden Preis, sondern clevere Effizienzmaximierung unter Berücksichtigung der Rechenlast. Masse allein gewinnt nicht mehr.
Dezentralisierung statt Main Bus: Ein Paradigmenwechsel
Vergiss den Main Bus. Ernsthaft. Diese Designphilosophie hat ausgedient.
Die alte Strategie – alle Rohstoffe zu einem zentralen Nervenstrang auf Nauvis schleppen und von dort aus verteilen – funktioniert in der aktuellen Iteration nicht mehr effizient. Die geologische und atmosphärische Diversität der neuen Planeten erzwingt eine dezentrale Spezialisierung:
- Vulkanus wird dein metallurgisches Herz. Hier werden Erze direkt vor Ort verhüttet und zu Zwischenprodukten verarbeitet, um die Transportdichte zu erhöhen. Die Gießereien hier sind herkömmlichen Schmelzöfen haushoch überlegen.
- Fulgora ist dein Recycling- und High-Tech-Zentrum. Die gesamte Wirtschaft basiert auf der Verwertung von Schrott – eine völlig andere Logik als klassischer Bergbau.
- Gleba liefert die biologische Komponente. Hier bestimmt Verderbnis (Spoilage) jede logistische Entscheidung. Lagerhaltung ist dein Feind.
- Aquilo und der Orbit sind die Frontlinien der Expansion, abhängig von komplexen Lieferketten für Wärme, Munition und Versorgungsgüter.
Eine moderne Megabase ist kein monolithischer Block auf einem Planeten. Sie ist ein Netzwerk autonomer, spezialisierter Cluster, verbunden durch hochoptimierte interplanetare Logistik. Dein Job ist nicht mehr Fabrikarbeiter – du bist Dirigent eines kosmischen Orchesters.
Die Mathematik der Qualität verstehen
Das Qualitätssystem ist nicht nur ein nettes Feature für bessere Rüstungen oder effizientere Solarpanele. Es ist der entscheidende Hebel für Megabase-Skalierung. Wer die Mathematik dahinter versteht, hat einen massiven Vorteil.
Ein einziger legendärer Montageautomat 3, bestückt mit legendären Geschwindigkeitsmodulen, kann die Arbeit von Dutzenden herkömmlicher Maschinen verrichten. Das reduziert die Anzahl aktiver Entitäten (Greifarme, Fließbänder, Assembler) drastisch – und das ist direkt relevant für die Performance deiner Simulation (UPS).
Wie Recycling-Schleifen funktionieren
Legendäre Items durch pures Crafting herzustellen – also einfach produzieren und hoffen – ist wie Lotto spielen. Theoretisch möglich, praktisch Wahnsinn. Die Wahrscheinlichkeiten sind gegen dich. Die Lösung heißt Recycling-Schleife, und sie verändert alles.
Das Grundprinzip ist elegant: Ein Recycler gibt 25% der Eingangsmaterialien zurück. Wenn du diesen Prozess mit Qualitätsmodulen anreicherst, entsteht eine geometrische Reihe von Wahrscheinlichkeiten, die die Ausbeute an hochqualitativen Items massiv erhöht. Nicht-legendäre Ergebnisse wandern zurück in den Kreislauf, immer und immer wieder.
Die Zahlen sprechen für sich:
| Methode | Basis-Wahrscheinlichkeit | Effektiv mit Loop | Steigerung |
|---|---|---|---|
| Lineares Crafting | ~0,01% | 0,01% | 1x |
| Einfacher Recycler-Loop | ~0,01% | ~0,21% | 21x |
| Optimierter Loop | Variabel | Bis zu 2,5% | 250x |
Der Clou, den viele übersehen: Die Qualität deiner Qualitätsmodule selbst hat einen exponentiellen Einfluss auf das Ergebnis. Ein Wechsel von normalen auf seltene Qualitätsmodule verbessert das Ergebnis um den Faktor 2,8. Legendäre Module bieten eine siebenfache Verbesserung gegenüber der Basisvariante. Investiere hier zuerst – es zahlt sich exponentiell aus.
Upcycling oder Gambling – Welche Strategie wann?
Es haben sich zwei dominante Strategien für die Erzeugung von High-End-Komponenten herauskristallisiert. Beide haben ihre Berechtigung, und die richtige Wahl hängt vom Kontext ab.
Strategie A: Gambling (Direktproduktion)
Du stellst das Endprodukt (zum Beispiel ein Modul 3) direkt mit Qualitätsmodulen her. Alles unter legendär wird sofort recycelt und durchläuft den Prozess erneut.
- Vorteil: Geringe Komplexität, minimaler Platzbedarf, schnell aufgebaut.
- Nachteil: Frisst Unmengen an Rohmaterialien. Bei jedem Zyklus werden 75% des Werts vernichtet.
- Wann sinnvoll: Für billige Zwischenprodukte oder wenn Ressourcen überquellen – wie auf Vulkanus oder Fulgora, wo bestimmte Materialien praktisch unbegrenzt verfügbar sind.
Strategie B: Upcycling (Stufenweise Veredelung)
Du bringst zuerst die Zutaten (Prozessoreinheiten, Schaltkreise, etc.) auf legendäre Qualität, bevor du sie zum Endprodukt zusammensetzt. Da sich Qualitätsboni addieren, garantiert die Verwendung legendärer Zutaten eine signifikant höhere Chance auf ein legendäres Endprodukt.
- Vorteil: Viel höhere Erfolgsquote beim finalen Craft, ressourceneffizienter auf lange Sicht.
- Nachteil: Enorme logistische Komplexität. Für jede Zutat muss eine eigene Recycling-Schleife aufgebaut werden.
- Wann sinnvoll: Unverzichtbar für teure Endprodukte wie Reaktoren, Raketensilos oder Spidertrons. Hier lohnt sich der Aufwand.
Die magische Grenze von 300% Produktivität
Hier wird die Physik des Spiels auf den Kopf gestellt. Dieser Punkt ist so wichtig, dass du ihn verinnerlichen solltest.
Bei +300% Produktivität produziert eine Maschine vier Einheiten eines Produkts aus einem Satz Zutaten (1 Basis + 3 Bonus). Wenn du diese vier Einheiten recycelst, erhältst du statistisch gesehen 100% der ursprünglichen Zutaten zurück (4 × 25% = 100%).
Was bedeutet das konkret? Du kannst verlustfreie Recycling-Schleifen bauen. Materialien lassen sich unendlich oft durch den Prozess von Herstellung und Recycling jagen, um auf Qualität zu „würfeln“ – ohne dabei Material zu verlieren. Nur Energie fließt rein, und am Ende extrahierst du legendäre Varianten aus einer fixen Menge Ausgangsmaterial.
Dieser Wert ist der heilige Gral der späten Megabase-Optimierung. Du erreichst ihn durch die Kombination von legendären Produktivitätsmodulen, spezialisierten Gebäuden wie der kryogenen Anlage oder dem elektromagnetischen Werk, und gezielter Forschung.
Wichtig zu wissen: Dieser Effekt ist hardcoded auf +300% begrenzt. Das verhindert unendliche Item-Duplikation, die bei höheren Werten auftreten würde. Aber diese Grenze zu erreichen ist mächtig genug.
Logistik neu denken: Schienen, Fluide und Interrupts
Ab 10.000 SPM wird deine Logistik zum entscheidenden Faktor. Sie kann zum Flaschenhals werden – oder zum Turbo. Die Entscheidung liegt in deinem Design.
Elevated Rails – Schluss mit Kreuzungschaos
Erhöhte Schienen lösen das größte Problem klassischer Megabasen: Kreuzungskonflikte. Mit Überführungen (Rail Overs) gestaltest du Hauptverkehrsadern kreuzungsfrei. Der Durchsatz von Kreuzungen steigt massiv, und Deadlocks in dichten City-Block-Designs gehören der Vergangenheit an.
Aber es gibt einen Haken, den du einplanen musst: Rampen und Stützen brauchen signifikanten Platz und unterbrechen die Rotationssymmetrie von Blaupausen. Dein klassisches 100×100-Kachel-Raster muss Platz für Rampen an den Rändern vorsehen, was die nutzbare Baufläche im Inneren leicht reduziert. Der Gewinn an Durchsatz macht das mehr als wett – aber plane es von Anfang an ein.
Das Interrupt-System: Vanilla LTN für alle
Vergiss starre Fahrpläne nach dem Schema „Lade Eisen → Entlade Eisen“. Moderne Megabasen nutzen generische Fahrpläne mit dynamischen Unterbrechungen – ein natives System, das externe Mods wie LTN oder Cybersyn weitgehend überflüssig macht.
So funktioniert es in der Praxis:
- Alle Züge einer Kategorie (z.B. alle 1-4 Flüssigkeitszüge) teilen sich denselben generischen Fahrplan.
- Sie warten in einem zentralen Depot.
- Ein Interrupt wird ausgelöst durch die Bedingung: Zielbahnhof ist nicht voll UND Inventar ist leer (für Abholung) oder voll (für Lieferung).
- Durch Parameter-Wildcards entscheidet ein Zug dynamisch, welches Gut er transportiert.
Das Ergebnis ist elegant: Ein Zug kann im einen Zyklus Kupferplatten transportieren und im nächsten Grüne Schaltkreise, abhängig von der aktuellen Nachfrage. Die Gesamtzahl der benötigten Züge sinkt drastisch – und damit die UPS-Last. Du verwandelst ein klassisches „Push“-System (Züge liefern blind) in ein intelligentes „Pull“-System (Fabriken fordern an).
Flüssigkeiten in 2.0 – Weniger Pumpen, mehr Durchsatz
Die Fluid-Physik wurde in Version 2.0 komplett überarbeitet. Das alte System mit rechenintensiver Strömungssimulation, das Pumpen alle paar Meter erforderte, ist Geschichte. Jetzt gilt das Segment-Modell: Rohre, die miteinander verbunden sind, bilden ein einziges „Segment“, das sich wie ein großer Tank verhält. Flüssigkeiten werden innerhalb eines Segments instantan transportiert.
Die praktischen Konsequenzen für dich:
- Lange Pipelines sind jetzt UPS-effizient. Oft besser als Züge für den Transport über mittlere Distanzen, da keine Wegfindungsberechnungen nötig sind.
- Pump-Spam ist kontraproduktiv. Die früher notwendige Praxis, überall Pumpen zu setzen, um den Druck zu halten, schadet jetzt mehr als sie nützt. Pumpen nur noch für Richtungskontrolle oder um Segmente bewusst zu trennen.
- Hard Caps beachten. Es gibt Obergrenzen: 12.000 Einheiten/Sekunde bei direkter Tank-zu-Pumpe-Verbindung, 6.000 bei Standard-Verbindungen. Für Extremfälle wie 100-GW-Reaktorkühlung brauchst du parallele Segmente.
Planetare Spezialisierung: Jeder Himmelskörper zählt
Deine Megabase ist kein monolithischer Block mehr – sie ist ein interplanetarer Organismus. Jeder Planet hat seine Rolle, seine Stärken und seine spezifischen Tücken.
Vulkanus – Deine metallurgische Schmiede
Vulkanus ist der Motor deiner Schwerindustrie. Die dort verfügbaren Gießereien bieten eine native Produktivität von 50% und verarbeiten geschmolzene Metalle direkt aus der Lava. Herkömmliche Elektroöfen können einpacken.
Deine Strategie für Vulkanus:
- Direkteinspeisung maximieren. Die flüssige Natur der Metalle ermöglicht Designs, bei denen keine Barren auf Bändern transportiert werden müssen. Geschmolzenes Kupfer fließt direkt in Montageautomaten – zu Draht, direkt weiter zu Schaltkreisen. Das eliminiert Tausende von Greifarm-Interaktionen und verbessert die UPS signifikant.
- Export-Hub für Heavy Goods aufbauen. Vulkanus sollte als globaler Lieferant fungieren: Strukturbauteile, Low-Density-Structures (LDS) und Module. Da Wolfram nur hier vorkommt, ist eine massive Wolframkarbid-Produktion, die per Weltraumplattform exportiert wird, essenziell für die Wissenschaftsproduktion auf Nauvis.
Wenn deine Megabase Richtung 10.000 SPM marschiert, wird „UPS“ plötzlich zu deinem wichtigsten Rohstoff – und damit auch dein echter PC. Ein guter Start ist, deine Hardware-Flaschenhälse zu kennen: In welche Hardware du aufrüsten solltest, wenn der PC langsam läuft findest du eine klare Entscheidungslogik, ob bei dir eher CPU, RAM oder Datenträger das Nadelöhr sind, bevor du im Spiel noch mehr Entitäten draufpackst.
Fulgora – Recycling-Ökonomie ohne Deadlocks
Fulgora stellt dich vor ein fundamentales Problem: Der Schrott-Abbau liefert immer einen Mix aus Ressourcen. Du kannst nicht wählen, was du bekommst. Und wenn ein Nebenprodukt nicht verbraucht wird, verstopft alles.
Deine Strategie für Fulgora:
- Insel-Architektur nutzen. Verwende die natürliche Topologie. Eine Insel dient als „Müllschlucker“ für Überschüsse, eine andere als Produktionszentrum. Verbinde sie mit Zügen.
- Holmium ist der kritische Engpass. Um genug Holmium für eine Megabase zu gewinnen, entstehen gigantische Mengen an überschüssigem Eis, Stein und Zahnrädern. Du brauchst aggressive Vernichtungsmechanismen. Überschüssige Items in Recycler-Schleifen leiten, bis sie verschwinden. Eis zu Wasser schmelzen, zu Dampf umwandeln, in die Atmosphäre ablassen. Kreativ werden beim Loswerden.
- Priorisierte Splitter sind Pflicht. Stelle sicher, dass recyceltes Material vor neu abgebautem verbraucht wird. Sonst setzt sich das System mit Nebenprodukten zu, und alles stoppt.
Gleba – Das „Organic River“-Prinzip gegen Verderbnis
Gleba ist aufgrund der Verderbnis-Mechanik (Spoilage) der komplexeste Planet im System. Hier ist Lagerhaltung dein Feind. Alles, was stillsteht, verrottet. Die Lösung: Halte alles in Bewegung.
Das Organic River-Konzept im Detail:
Ein zentrales, breites Fließband führt von den Erntefeldern durch alle Verarbeitungsanlagen direkt zu Heiztürmen am Ende. Materialien werden auf das Band gelegt, von Bio-Kammern entnommen, verarbeitet, und Produkte wieder auf das Band gelegt. Was am Ende des Bandes ankommt – nicht verbraucht oder bereits verdorben – fällt in die Heiztürme und wird verbrannt.
Der geniale Aspekt: Das Band stoppt nie. Dadurch ist garantiert, dass jedes Item auf dem Band frisch ist oder auf dem Weg zur Vernichtung. Keine verdorbenen Items blockieren die Eingänge deiner Maschinen. Und die Verbrennung von überschüssigem Fruchtfleisch (Mash/Jelly) in Heiztürmen ist energetisch extrem effizient – 250% Effizienz. Du versorgst die Basis mit Strom, während du gleichzeitig das Abfallproblem löst.
Das Endgame: Promethium am Rand des Sonnensystems
Sobald die inneren Planeten stabil laufen und deine Lieferketten synchronisiert sind, wird Promethium dein neuer Fokus. Dieser Rohstoff am Rand des Sonnensystems ist der Flaschenhals für eSPM im Millionenbereich.
Schiffsdesign für maximale Ausbeute
Das Design von Promethium-Sammlern ist ein kontinuierlicher Balanceakt zwischen Sammelbreite und Fluggeschwindigkeit. Beides gleichzeitig zu maximieren ist physikalisch unmöglich – du musst Kompromisse eingehen.
Die goldenen Regeln für Promethium-Schiffe:
- Geschwindigkeit ist König. Um effizient Promethium zu sammeln, muss dein Schiff tief in das Asteroidenfeld eindringen, wo die Dichte höher ist. Etwa 500 km/s gilt als Optimum. Langsamere Schiffe verbringen zu viel Zeit in den „leeren“ Zonen zwischen den dichten Feldern.
- Triebwerke dominieren das Design. Um 500 km/s zu erreichen, müssen Schiffe oft 50-80% ihrer Fläche mit legendären Triebwerken bedecken. Analysen zeigen, dass eine kompakte „Ziegelstein“-Form (Brick), die fast vollständig aus Triebwerken besteht, effizienter ist als breite „Catcher“-Designs. Die Geschwindigkeit zum dichten Feld wiegt schwerer als die Sammelbreite.
- Verteidigung nicht vergessen. Bei 500 km/s treffen Asteroiden mit enormer Wucht auf. Railguns sind essenziell, um große Asteroiden auf Distanz zu zerstören. Für die resultierenden Splitter brauchst du Raketentürme mit Nuklear- oder Sprengraketen, da sie Flächenschaden verursachen. Die Positionierung muss gestaffelt sein, um „tote Winkel“ bei hohen Geschwindigkeiten zu vermeiden.
Die Baton-Pass-Logistik für Biter-Eier
Ein kniffliges Detail: Promethium-Brocken lassen sich nicht stapeln, was ihren Transport ineffizient macht. Die Verarbeitung zu Wissenschaftspaketen muss daher auf dem Schiff selbst erfolgen. Das Problem dabei: Die Verarbeitung benötigt Biter-Eier – und die verderben mit der Zeit.
Die elegante Lösung:
Schnelle Schiffe laden Eier auf Nauvis, fliegen zum Asteroidenfeld, verarbeiten die Eier zu Wissenschaft (während sie gleichzeitig Promethium sammeln) und kehren zurück, bevor die Eier schlüpfen. Das Timing muss stimmen.
Fortgeschrittene Spieler nutzen einen „Staffellauf“ (Baton Pass): Separate Versorgungsschiffe bringen frische Eier zu den Sammlern im Feld. Die Sammler selbst müssen nie zurückkehren – das maximiert ihre „Time on Target“ und damit die Promethium-Ausbeute pro Zeiteinheit.
UPS-Optimierung: Wenn die CPU zum Flaschenhals wird
Jenseits von 10.000 SPM wird deine CPU zur ultimativen Ressource. Updates Per Second (UPS) entscheiden, ob deine Megabase flüssig läuft oder zur Diashow wird. Hier trennt sich technisches Verständnis von bloßem Enthusiasmus.
Energieversorgung im Vergleich: Solar, Fusion, Nuklear
Drei Optionen stehen dir zur Verfügung, jede mit eigenem Profil:
- Solar: Nach wie vor ungeschlagen in UPS-Effizienz. Ein Feld aus einer Million Solarpanelen benötigt genau so viel Rechenzeit wie ein einziges – O(1) Komplexität. Der Nachteil ist der gigantische Platzbedarf und die resultierende Speichergröße des Spielstands.
- Fusion: Die pragmatische Wahl für Version 2.0. Fusion ist extrem energiedicht und benötigt dank der neuen Fluid-Optimierungen nur minimale Rechenzeit. Benchmarks zeigen, dass selbst 50 GW Fusionsleistung nur etwa 0,1ms mehr Rechenzeit kosten als Solar. Für fast alle Megabasen der optimale Kompromiss zwischen Platzbedarf und Performance.
- Nuklear: Trotz Fluid-Optimierungen bleibt Nuklear aufgrund der Wärmeberechnungen (Heat Pipes, Heat Exchangers) die rechenintensivste Methode. Für extreme Megabasen solltest du es vermeiden oder zumindest minimieren.
Wenn du wirklich an die Grenzen gehst, bringt dir auch ein gut abgestimmtes System-Setup spürbar Stabilität – vor allem, weil Hintergrunddienste gern in genau den Momenten loslegen, in denen du UPS brauchst. Ein pragmatischer Hebel ist Windows 11 fürs Gaming zu entschlacken, damit dein „Fabrik-Takt“ nicht von Updates, Telemetrie oder Autostarts gestört wird.
Entity-Reduktion und Beacon-Strategien
Das oberste Gebot für UPS-Optimierung: Weniger aktive Entitäten bedeutet bessere Performance. Punkt. Jeder Greifarm, jedes Fließband-Segment, jeder Assembler kostet Rechenzeit.
Deine wichtigsten Hebel:
- Legendäre Beacons übertragen Effekte mit höherer Effizienz und größerer Reichweite. Das ermöglicht Designs, bei denen weniger Montageautomaten denselben Output liefern. Weniger Maschinen, gleiche Produktion.
- Direkteinspeisung zwischen Produktionsschritten eliminiert Fließbänder. Kabel direkt in Schaltkreis-Assembler einspeisen statt über Bänder transportieren. Die neuen Stapelgreifer (Stack Inserters) machen das noch effektiver.
- Biters und Verschmutzung deaktivieren per Konsolenbefehl, sobald du die militärische Eroberungsphase abgeschlossen hast. Die Wegfindungsberechnungen (Pathfinding) für Tausende von Einheiten sind der größte einzelne UPS-Killer in großen Basen.
Ein weiterer Klassiker: Du optimierst im Spiel wie ein Uhrmacher – und im Treiber läuft noch irgendein Standardprofil, das Latenz oder Energie sparen will. Der ultimative Nvidia-Systemsteuerung-Guide hilft dir, die paar Einstellungen zu finden, die bei langen Sessions und vielen Objekten wirklich einen Unterschied machen können.
Biters abschalten – Ja oder nein?
Manche sehen es als Schummelei. Andere als pragmatische Notwendigkeit für echte Megabasen. Die Wahrheit liegt dazwischen – es ist eine persönliche Entscheidung.
Wenn du die Eroberungsphase abgeschlossen hast und nur noch skalieren willst, fressen Biters nur noch Rechenzeit ohne Gameplay-Mehrwert. Für echte UPS-Optimierung im Bereich 10.000+ SPM führt kaum ein Weg daran vorbei. Aber niemand zwingt dich – deine Fabrik, deine Regeln.
Fazit: Dein Fahrplan zur Megabase
Der Bau einer Megabase in Factorio: Space Age ist keine lineare Skalierung deiner Starterbasis. Es ist eine Metamorphose – ein fundamentaler Wandel in der Art, wie du das Spiel denkst und spielst.
Du musst Wahrscheinlichkeitsrechnung für Qualitäts-Loops verstehen. Du musst interrupt-basierte Logistik beherrschen. Du musst UPS-Optimierung zur Religion machen. Und du musst akzeptieren, dass du nicht mehr baust – du orchestrierst.
Die neuen Werkzeuge haben die theoretischen Grenzen des Möglichen gesprengt. Wo früher 10.000 SPM das Ende der Fahnenstange waren, ermöglichen Biolabore und legendäre Module heute effektive Raten im Millionenbereich. Der Preis dafür ist Komplexität: Fünf Planeten synchronisieren, Verderbnis managen, interstellare Flotten optimieren – das erfordert einen Architekten, der nicht nur baut, sondern orchestriert.
Aber genau das macht es so befriedigend. Wer diese Systeme meistert, wird mit einer Fabrik belohnt, die in ihrer Effizienz und Eleganz alles in den Schatten stellt, was in der Ära vor Space Age vorstellbar war.
Der Weg ist lang. Die Mathematik ist hart. Aber du weißt ja, wie das Mantra geht:
Die Fabrik muss wachsen.